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Am Samstag demonstrierten mehr als 2.000 Menschen in Amsterdam gegen die Veröffentlichung von Wilders' Film.

Foto: AP/Fred Ernst
Den Haag - Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat seinen umstrittenen koranfeindlichen Film ins Internet gestellt. Mit dem 15-minütigen Video "Fitna", das seit Donnerstag auf einem in Großbritannien ansässigen Videoportal zu sehen ist, will Wilders den Koran als "faschistisches Buch" brandmarken, das er im Vorfeld der Veröffentlichung bereits mit Adolf Hitlers "Mein Kampf" verglich. Wilders hatte den Film bereits Mitte November angekündigt. Mehrere muslimische Länder wie Pakistan, Indonesien, Ägypten und Afghanistan protestierten daraufhin gegen die geplante Veröffentlichung.

"Fitna", dass auf arabisch so viel bedeutet wie Zwietracht unter den Muslimen, beginnt mit einer Warnung vor "schockierenden Bildern". In dem Film kombiniert Wilders dann Bilder von Opfern terroristischer Anschläge mit Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, sowie die Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 sind in dem Film zu sehen. "Stoppt die Islamisierung. Verteidigt unsere Freiheit", heißt es dann am Ende.

Empörung

Die niederländische Regierung hatte aus Angst vor Ausschreitungen wie nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Dänemark mehrmals versucht, Wilders von einer Veröffentlichung abzubringen. Dieser hielt jedoch an seinem Projekt fest und stellte den Film schließlich auf dem Videoportal www.liveleak.com online.

In der arabischen Welt hatte der Film bereits in den vergangenen Monaten für heftige Empörung gesorgt. Während der Iran mit einem Boykott niederländischer Produkte drohte, kündigten die radikalislamischen Taliban an, auf die in Afghanistan stationierten Soldaten aus den Niederlanden verstärkt Angriffe zu verüben. In Afghanistan gingen Anfang März täglich mehrere hundert Menschen gegen den Film auf die Straße. Mehrere muslimische Verbände in den Niederlanden riefen dazu auf, auf die Provokation nicht einzugehen. Aus Angst vor Anschlägen nach der Veröffentlichung gilt in den Niederlanden bereits seit Anfang März eine erhöhte Alarmbereitschaft.

Wilders, dessen Partei PVV unter anderem einen Einwanderungsstopp für Muslime und ein Verbot des Koran fordert, lebt seit dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh unter ständigem Polizeischutz. Van Gogh war 2004 von einem radikalen Muslim getötet worden. (APA)