Wien - Die neuen Meinl European Land (MEL)-Investoren Citi/Gazit werden sich maximal mit knapp 39 Prozent beteiligen. Eine MEL-Sprecherin in London hat am Dienstag auf APA-Anfrage einen Zeitungsbericht dementiert, wonach die Beteiligung auf 50 Prozent ansteigen könnte.

Unter der theoretischen Annahme, dass sich keiner der bestehenden Investoren an der Kapitalerhöhung beteiligt und Citi und Gazit ihre Wandelanleihe vollständig in Aktien umwandeln, wird der Anteil demnach am Ende bei 38,7 Prozent liegen. Schöpfen die bestehenden Investoren die ihnen angebotene 300 Mio. Euro Kapitalerhöhung zur Gänze aus, kämen Citi und Gazit über die Wandelanleihe und zusätzlichen Optionen dann gemeinsam auf rund 30 Prozent, hieß es.

Fusionskontrolle

Weil als wahrscheinlich gilt, dass Citi und Gazit auf absehbare Zeit nur einen Teil der 500 Mio. Euro-Wandelanleihen in MEL-Zertifikate umtauschen werden und die Altinvestoren die Kapitalerhöhung teilweise zeichnen dürften, geht man bei der MEL weiter davon aus, dass der Anteil mittelfristig zwischen 20 und 30 Prozent liegen wird.

Steigt der Anteil vorerst nicht über 25 Prozent, wird der Deal nach österreichischer Fusionskontrolle mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst einmal nicht anzumelden sein - sehr wohl aber bei den EU-Wettbewerbshütern. Dort wird ein Zusammenschluss anders als in Österreich nicht erst dann als solcher gewertet, wenn die Beteiligung die 25-Prozent-Schwelle überschreitet, sondern bereits, wenn die neuen Investoren einen beherrschenden Einfluss erzielen. Geht der Deal durch, werden Citi und Gazit vier der künftig acht Vorstände und den Aufsichtsratspräsidenten der MEL stellen.

Damit die Fusion tatsächlich ein Fall für die EU-Kommission wird, müssen die beteiligten Unternehmen zusammen weltweit mindesten 5 Milliarden Euro umsetzen und zusätzlich zwei der beteiligten Firmen innerhalb der EU auf jeweils mindestens 250 Mio. Euro Umsatz kommen. Ob das im konkreten Fall tatsächlich zutrifft, ist laut den Wettbewerbshütern noch unklar. Die MEL hat aber bereits erklärt, dass der Deal voraussichtlich noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss. (APA)