Galsan Tschinag liest am Samstag in Rauris.

F.: Dettmar

Begonnen hat alles 1971, als die Rauriser Literaturtage zum ersten Mal in der kleinen Marktgemeinde inmitten der Pinzgauer Berge stattfanden. Thomas Bernhard war skeptisch: "Bist du verrückt, du züchtest dir ja nur Feinde", soll er zu Erwin Gimmelsberger, dem Gründer der Veranstaltung, gesagt haben. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurden die jährlich stattfindenden Literaturtage zu einer Erfolgsgeschichte, die nun zum 38. Mal fortgeschrieben wird. Und zwar mit einem exquisiten, viertägigen Programm:

Unter dem Motto "Zwischen den Worten. Zwischen den Welten" lesen u. a. Vladimir Vertilb, Michael Stavaric, Herbert Kuhner, Drago Jancar, Terézia Mora, Wladimir Kaminer und Ilija Trojanow. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung widmet sich der Türkei und drei Autorinnen: Asli Erdogan, die in der Schweiz und Brasilien lebte und wieder in ihr Heimatland zurückkehrte, Esmahan Aykol, die zwischen Berlin und Istanbul pendelt, und Emine Sevgi Özdamar, die in Deutschland lebt. Ein Gespräch der drei Autorinnen wird Barbara Frischmuth moderieren. Eine Sensation dann die Lesung Galsan Tschinags, der Anfang der 1940er-Jahre in der Mongolei geboren wurde, in Leipzig studierte, jetzt wieder in Ulan Bator lebt - und auf Deutsch schreibt. Erstmals liest er nun in Österreich, und zwar am kommenden Samstag, um 19 Uhr, im Gasthof Grimming. Ebendort wird am Mittwochabend der mit 7300 Euro dotierte Rauriser Literaturpreis "für die beste Prosaerstveröffentlichung" an Simona Ryser verliehen. (steg/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 3. 2008)