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Grafik: APA
Wien - Die börsenotierte Flughafen Wien-Gruppe rechnet nach dem "Rekordjahr 2007" mit weiterem Wachstum im laufenden Jahr 2008. Die Zahl der Passagiere soll heuer um 8 Prozent auf rund 20 Millionen wachsen, 2015 sollen es bereits 30 Millionen Fluggäste sein. Langfristig will der Vienna Airport "um mindestens einen Prozentpunkt über dem europäischen Durchschnitt wachsen", kündigte Vorstandschef Herbert Kaufmann heute, Donnerstag, bei der Bilanzpressekonferenz in Wien an. Längerfristige Prognosen rechnen europaweit mit einem Wachstum der Passagierzahlen zwischen 4 und 5 Prozent.

Extremer Boom 2007

Etwas abschwächen wird sich die Zahl neuer Fluggesellschaften, die Wien anfliegen. "Wir werden den extremen Boom wie 2007 nicht fortsetzen können", so Kaufmann, der "mit einigen wenigen" Airline-Neuzugängen im Jahr 2008 rechnet. 2007 sorgten 13 neue Fluggesellschaften - darunter Delta, easyJet, SkyEurope, Korean Air, Saudi Arabian, Clickair oder Air One - für deutliche Zuwächse. Für Wachstum werde die Tatsache sorgen, dass viele dieser Airlines heuer erstmals ein volles Geschäftsjahr verzeichnen werden.

Die Passagierzahl erhöhte sich 2007 um 11,3 Prozent auf 18,8 Millionen Fluggäste. Ohne Billigfluggesellschaften wäre das Wachstum nur halb so hoch ausgefallen, sagte Kaufmann. Die Low Cost Carrier (LCC) waren im Vorjahr mit einem Passagierplus von 57,2 Prozent einer der größten Wachstumsmotoren am Vienna Airport, starke Zuwächse gab es auch im Verkehr nach Mittel-/Osteuropa (+24,8 Prozent) und in den Mittleren und Nahen Osten (+18,5 Prozent).

Kaufmann teilt nicht die Auffassung von AUA-Chef Alfred Ötsch, der den Anteil von Billigfluggesellschaften am Gesamtaufkommen ab Wien mit 18,7 Prozent kürzlich als "zu hoch" bezeichnet hatte. Andere Airports hätten ähnlich hohe oder höhere Anteile von Billig-Airlines am Gesamtverkehr. Einen europaweiten Bereinigungsprozess in diesem Segment schließt Kaufmann nicht aus. So lange es dafür eine Nachfrage gebe, werde sie auch bedient werden. Die Billigflieger hätten maßgeblich zum Wachstum im Westeuropa-Verkehr vom Wiener Flughafen von knapp 14 Prozent beigetragen.

Dritte Piste

Eine Entscheidung über den Bau einer dritten Piste am Wiener Flughafen werde "endgültig" im nächsten Jahr fallen, ein - erwartungsgemäß positiver - Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird bis spätestens Anfang 2009 erwartet. Im Investitionsausblick bis 2012 ist erstmals auch die Errichtung der dritten Piste mit einem Volumen von 208 Mio. Euro angeführt. Das sei aber noch kein Indiz dafür, dass eine Errichtung der nicht unumstrittenen Piste damit wahrscheinlicher geworden sei, hielt das Airport-Management fest. Ohne die geplante Piste will der Flughafen bis 2012 insgesamt 589 Mio. Euro (ohne Grundstücke) investieren, ein Löwenanteil von 333 Mio. Euro soll in den Neu- und Ausbau von Terminals fließen.

Der Flughafen Wien hat im Geschäftsjahr 2007 den Umsatz um 12,4 Prozent auf 521,4 Mio. Euro gesteigert und dabei das Konzernergebnis nach Minderheiten um 14,2 Prozent auf 87,7 Mio. Euro erhöht. Damit wurden die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich übertroffen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 12,6 Prozent auf 191,0 Mio. Euro, die EBITDA-Marge stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 35,7 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 16,1 Prozent auf 120,3 Mio. Euro. Die Dividende steigt von 2,20 auf 2,50 Euro je Aktie, das ist ein Plus von 13,5 Prozent. (APA)