Wien - Der Handelsverband hat massive Vorbehalte gegen die von der Regierung geplante Vermögenszuwachssteuer geäußert. Präsident Stephan Mayer-Heinisch warnte in einer Aussendung am Donnerstag davor, "die Aufbauarbeit von Jahren aufs Spiel zu setzen und den Standort Österreich für bestehende Unternehmen ebenso wie für Ansiedlungswillige und Investoren zu ruinieren". Auch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) kritisierte das Vorhaben.

Steuerentlastung von Kleinstbeziehern

Verwundert zeigte sich Mayer-Heinisch über die Bereitschaft des ÖVP-Wirtschaftsbundes, "mit seinem vorbehaltlosen Ja zur Vermögenszuwachssteuer die eigene Klientel vor den Kopf zu stoßen". Ein positives Signal für den Handelssektor sieht die freiwillige Interessenvertretung hingegen in einer Steuerentlastung von Kleinstbeziehern. Nicht zuletzt würden davon in einem hohen Ausmaß auch Teilzeitbeschäftigte, Nebenerwerbs- oder Saisonkräfte in Handel und Tourismus profitieren. Allerdings dürfe diese "Konsumentensteuerreform" nicht im Gegenzug wieder auf den Handel abgewälzt werden, sondern müsse durch eine Straffung der Staatsausgaben im Zuge einer umfassenden Föderalismusreform finanziert werden.

Arbeitsplätze gefährdet

Auch die ÖHV drängte darauf, die Vermögenszuwachssteuer zu überdenken. Diese könne sich gerade für Tourismusbetriebe als ruinös herausstellen, hieß es in einer Aussendung der Präsidenten Peter Peer und Sepp Schellhorn. Zahlreiche Arbeitsplätze wären gefährdet. Bevor eine Querfinanzierung des Gesundheitssystems via Vermögenszuwachssteuer angedacht werde, müssten sämtliche Einsparungspotenziale ausgeschöpft werden. Zustimmung gab es für die Eckpunkte des von der Regierung präsentierten Entlastungspakets. (APA)