Der durch Dioxin belastete Büffel-Mozzarella ist nicht nach Österreich importiert worden. Sicherheitshalber würden die Listen jetzt noch einmal überprüft, sollte man auf das Produkt stoßen, würden umgehend Analysen durchgeführt, hieß es am Freitag im Gesundheitsministerium in Wien.

Bei der AGES, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, sind nach Angaben von Sprecher Oskar Wawschinek bisher keine Meldungen eingelangt, wonach in irgendeinem EU-Land durch Dioxin belasteter Mozzarella gefunden worden sei.

EU droht mit Einfuhr-Verbot

Die EU-Kommission verlangt von Italien entschlossenere Maßnahmen, damit Dioxin-verseuchter Mozzarella nicht in den Handel gelangt. Die bisherigen Schritte seien unzureichend gewesen, erklärte die EU-Kommission nach Angaben italienischer Medien vom Freitag. Ein Einfuhrverbot wurde nicht ausgeschlossen, sollte Rom keine Maßnahmen ergreifen.

Die Kontrollen der betroffenen Höfe seien bisher nicht umfangreich genug, kritisierte die Union. Man werde notfalls selbst die notwendigen Schritte einleiten. Der italienische Landwirtschaftsminister De Castro erklärte, dass die Regierung Prodi alle Informationen nach Brüssel weitergegeben habe. "Es gibt kein Gesundheitsproblem", sagte der Minister. Mozzarella mit einem leicht über dem Grenzwert liegenden Dioxin-Gehalt sei erst dann schädlich, wenn ein Mensch sieben Kilo davon esse, sagte De Castro.

In mindestens 25 Mozzarella-Käsereien in Kampanien sind bei Kontrollen erhöhte Werte der giftigen Substanz Dioxin gefunden worden. Wie die zuständige Kommissionssprecherin sagte, liegen die Werte laut den italienischen Informationen "leicht über den Grenzwerten".

Unter Quarantäne

Rom habe zudem mitgeteilt, dass keine der Büffelkäse-Produkte in europäische Länder oder in Drittstaaten exportiert worden seien, berichteten italienische Medien. Betroffen seien nur wenige der rund 1.900 Bauernhöfe Kampaniens. Diese seien unter Quarantäne gestellt worden. Die italienischen Behörden hatten in der vergangenen Woche zugegeben, dass in 66 Büffelherden nahe Neapel ein überhöhter Wert des krebserregenden Dioxins festgestellt wurde.

In Italien werden jährlich rund 33.000 Tonnen Mozzarella hergestellt, eine Viertelmillion Büffel liefern die Milch für die Spezialität. Etwa 80 Prozent des weißen Käses stammt aus Kampanien. 16 Prozent sind für den Export bestimmt. (APA)