Washington - Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums hat die Weitergabe militärischer Geheiminformationen an einen für China tätigen Agenten zugegeben. Gregg William Bergersen habe sich schuldig bekannt, nach dem Erhalt von Geschenken und Geld geheime Informationen weitergegeben zu haben, teilte das US-Justizministerium am Montag (Ortszeit) in einer Erklärung mit. Das Urteil gegen den 51-Jährigen soll am 20. Juni fallen; ihm drohen zehn Jahre Haft. Bergersen hatte den Angaben zufolge für das Pentagon Waffensysteme analysiert und in einer Behörde gearbeitet, die die Rüstungsgeschäfte der USA im Ausland, unter anderem mit Taiwan, umsetzt.

Gegen Eid verstoßen

Bergersen habe gegen seinen Eid verstoßen, "unserer Nation zu dienen und sie zu schützen", sagte der Vize-Generalstaatsanwalt für Nationale Sicherheit, Patrick Rowan. Bergersen hatte dem Justizministerium zufolge im März vergangenen Jahres damit begonnen, die Informationen an den in Taiwan geborenen US-Bürger Tai Shen Kuo zu übergeben. Dieser habe die Angaben ohne Wissen von Bergersen an einen chinesischen Regierungsmitarbeiter übergeben. Bei vielen der weitergereichten Dokumente sei es um Waffenhandel mit der Inselrepublik Taiwan gegangen, die von China als abtrünnig angesehen wird.

Kuo war es den Angaben zufolge gelungen, sich Bergersen zum Freund zu machen. Er habe ihm Geschenke gemacht, ihn zum Essen eingeladen, ihm aber auch Bargeld sowie Geld für Glückspiel-Trips nach Las Vegas übergeben. Kuo sowie sein mutmaßlicher chinesischer Mitverschwörer Yu Xin Kang warten derzeit in Untersuchungshaft auf ihren Prozess.

Vergangene Woche war ein US-Ingenieur wegen Spionage für China zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts versucht, streng geheime Unterlagen über US-U-Boote außer Landes zu schmuggeln. (APA/AFP)