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Die Umsätze der führenden Sportbekleidungshersteller sind in den vergangenen vier Jahren um bis zu 250 Prozent gestiegen: "Für Arbeiter hat sich nicht viel verbessert."

Foto: EPA/Reynolds
Kinder, die in Zwölf-Stunden-Schichten sieben Tage die Woche zu einem Hungerlohn im Sportbekleidungsproduktionsbereich arbeiten: "Fair Play" auch außerhalb des Spielfeldrandes, dafür setzt sich eine gemeinsame Kampagne von Clean Clothes Kampagne Österreich, Volkshilfe Österreich und ÖGB ein. Mit der Aktion "Play Fair 2008" fordern die Institutionen faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Sportbekleidung und Merchandising-Artikeln, erklärten Vertreter am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Sportbekleidungshersteller erwarten sich von Events wie den Olympischen Spielen oder der EURO 2008 große Gewinne - die Arbeiter, die Bekleidung und Werbeartikel für die Veranstaltungen herstellen, geraten dadurch aber noch mehr unter Druck. Kinder würden unter katastrophalen Bedingungen für Hungerslöhne arbeiten, "damit die Olympischen Spiele erstrahlen", meinte Ex-Schwimmeuropameisterin Vera Lischka.

Gestiegene Umsätze

Die Umsätze der führenden Sportbekleidungshersteller seien in den vergangenen vier Jahren um bis zu 250 Prozent gestiegen: "Für Arbeiter hat sich nicht viel verbessert", berichtete Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne Österreich. Zwar hätten einige Hersteller in den vergangenen Jahren versucht, die Situation der Arbeitnehmer zu verbessern, das sei jedoch nicht genug. Die Menschen hätten auch keine Möglichkeit, sich zu organisieren, erklärte Monika Kemperle vom ÖGB. "Von 1986 bis heute sind über 4.000 Gewerkschafter im Rahmen ihrer Arbeit ermordet worden, die sich dafür eingesetzt haben." Über 200 Millionen Kinder auf der Welt müssten arbeiten, damit ihre Familie überlebt, so Volkshilfe Österreich-Geschäftsführer Erich Fenninger.

Sportinstitutionen wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) sollten mehr Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Branche zeigen. "Play Fair 2008" forderte, dass das jeweilige Gastgeberland der Olympischen Spiele die Kernarbeitsnormen des IOC implementiert und anerkennt, dass die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Produkten mit dem olympischen Logo tatsächlich international anerkannten Standards entsprechen und die Unternehmen Ressourcen zur Überprüfung von Arbeitsbedingungen bereitstellen. (APA)