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Foto: APA/Leodolter

Graz - Im Grazer Herberstein-Prozesses ist am Freitag Maximilian Herberstein als erster der drei Beschuldigten einvernommen worden. Der 31-Jährige gab sich kooperativ, konnte sich aber an wenig erinnern, da er sich seit seinem zehnten Lebensjahr vor allem im Ausland aufhielt. Er konnte zu den Hauptpunkten des Verfahrens - missbräuchlich verwendete Fördergelder und Abgabenhinterziehung - kaum etwas sagen.

Ein wichtiger Punkt in der Befragung von Maximilian Herberstein war, welche Stellung seine Mutter in dem Betrieb innehatte. Er selbst war zwar laut Vertrag der Geschäftsführer, hielt sich aber vorwiegend im Ausland auf. Er war bereits mit zehn Jahren nach Wien ins Internat gekommen, studierte in Amerika und zog schließlich nach London.

Die Staatsanwaltschaft wirft Andrea Herberstein vor "faktische Geschäftsführerin" und damit verantwortlich für den Umgang mit Fördergeldern gewesen zu sein. Die Standardantwort Maximilians lautete: "Ich kann mich nicht erinnern."

Fixbetrag

Andrea Herberstein hat monatlich einen fixen Betrag bekommen. Doch alle Beteiligten gaben bisher an, sie habe keine Entlohnung als Geschäftsführerin, sondern nur Unterhaltszahlungen von ihren Kindern erhalten. "Warum soll sie Ihnen gegenüber Ansprüche haben?", fragte Richterin Elisabeth Juschitz. "Ich fühle mich moralisch verpflichtet, meiner Mutter Unterhalt zu zahlen, sie hat bei der Scheidung nichts bekommen", so Maximilian Herberstein.

"War Ihre Mutter zeichnungsberechtigt?", interessierte die Richterin. "Kann ich mich nicht erinnern", so Maximilian Herberstein. Er habe den Betrieb immer als "das Lebenswerk" seiner Mutter gesehen.

Zu den Privatentnahmen seiner Mutter - die diese als Nicht-Gesellschafterin gar nicht hätte tätigen dürfen - meinte der Befragte nur: "Die Höhe war meiner Meinung nach angemessen." Andrea Herberstein hatte in den Jahren 2001 bis 2004 durchschnittlich 109.009 Euro entnommen. Der Prozess wird Montag mit der Befragung von Andrea Herberstein fortgesetzt.(APA)