Der Abosender Premiere drängt ins frei empfangbare Fernsehen: Vorstandschef Michael Börnicke würde gern einen Free-TV-Sender als zusätzliches Standbein übernehmen, sagte er dem Handelsblatt. Wunschziel Sat.1 winkt freilich ab.

Premiere ist selbst gerade Übernahmeziel. Wie berichtet, kauft der weltweit operierende Medienmulti Rupert Murdoch seit Jahresbeginn munter Anteile an dem deutschen Pay-TV. Gerade stockte er seine Beteiligung wieder ein Stück auf 22,7 Prozent auf. Mit 25 Prozent und einer Aktie hat er eine Sperrminorität und kann langsam mitreden bei der Besetzung des Aufsichtsrats.

Murdoch hat zuletzt bei der Medienbehörde Berlin-Brandenburg eine deutsche TV-Lizenz für Fox TV beantragt. Das Programm heißt wie sein erfolgreicher US-Kanal, soll aber im Pay-TV laufen. ProSiebenSat.1 weist Ambitionen auf Sat.1 vorerst zurück: „Ein Verkauf von Sat.1 ist abwegig“, sagte eine Sprecherin: „Es gibt überhaupt keine Absichten, einen Sender zu verkaufen. Auch Sat.1 nicht.“

An Premieres Satellitentochter Premiere Star hat sich unterdessen ein anderer US-Multi beteiligt: Turner Broadcasting, CNN-Betreiber und Teil von Time Warner, beteiligte sich für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag mit 8,5 Prozent an der Plattform, die kostenpflichtige Satellitenprogramme vermarktet, darunter auch jene von Turner Broadcasting. Murdochs Sohn Lachlan, 2005 aus der News_Corp des Vaters ausgeschieden, scheiterte unterdessen an der Übernahme einer australischen Mediengruppe. Finanzierungsprobleme, sagen Analysten. (Reuters/DER STANDARD; Printausgabe, 8.4.2008)