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Heute leben in Laos etwa 570 domestizierte Elefanten, das sind etwa 20 Prozent weniger als in den vergangenen zehn Jahren.

Foto: AP/David Longstreath
Vientiane - In Laos, einst "das Land der Millionen Elefanten", leben heute nur noch rund 700 Elefanten in freier Wildbahn. Den Elefanten geht es in den dortigen Wäldern zwar besser als in den anderen zwölf Ländern, in denen die Tiere noch beheimatet sind. Doch auch hier sind die Bemühungen um ihr Überleben ein Wettlauf gegen die Zeit. Wilderer, Holzfäller und Bauern bedrohen den Lebensraum der Dickhäuter.

"Viele Leute in Asien sind stolz auf ihr nationales Erbe, die Elefanten", sagt 83-jährige Connie Speight. Die pensionierte US-Lehrerin will die bedrohten Dickhäuter in Laos vor dem Aussterben retten. "Aber ich sage ihnen, 'das war mal euer Erbe, und was tut ihr dafür, um es zurückzugewinnen?'" Häufig sei das herzlich wenig, kritisiert Speight.

"Wenn sich nichts ändert, wird sich die Situation in rund zehn Jahren dramatisch zuspitzen", meint auch Sebastien Duffillot, Mitbegründer der in Frankreich ansässigen Organisation ElefantAsia. Nach aktuellen Zahlen könnten die Tiere schon in 50 Jahren ausgestorben sein, warnt er.

25.000 asiatische Elefanten in freier Wildbahn

Derzeit leben in Laos rund 570 domestizierte Elefanten, das sind etwa 20 Prozent weniger als in den vergangenen zehn Jahren. Die Naturschutzorganisation World Wild Fund For Nature (WWF) schätzt die Zahl der wildlebenden asiatischen Elefanten insgesamt auf 25.000 und die der in Gefangenschaft lebenden Tiere auf 15.000. Vor einem Jahrhundert lebten allein in Thailand noch rund 100.000. Früher wurden die majestätischen Tiere als Arbeitstiere und Fortbewegungsmittel eingesetzt.

Speight hofft, dass andere Elefanten die gleiche Chance bekommen werden wie "Mae Dok", eine von neun grauen Riesen, um die sich die US-Aktivistin kümmert. "Mae Dok" reist als "Elefanten-Botschafterin" durch die Lande und verteilt Bücher an Schulkinder. Ihren Namen, zu Deutsch "Frau Blume", verdankt die Elefantenkuh ihrem sonnigen Gemüt. Ihr wurde ein Schicksal als Arbeitstier im Holzfällerlager erspart und dafür die Möglichkeit gegeben, Nachwuchs zu bekommen - Arbeitselefanten sind meistens völlig erschöpft und pflanzen sich kaum noch fort. Die Geburtenraten bei den Tieren sind den vergangenen Jahren drastisch gefallen.

Vorbild für Nachbarländer

Deshalb hat Speight Land als Zufluchtsort für die Dickhäuter im Norden Thailands gekauft. Darüber hinaus sollen die Geburten von Kälbern in der freien Wildbahn in Sri Lanka mit Hilfe von Funkhalsbändern überwacht werden. "Wenn Laos zeigt, was ein sehr armes Land alles tun kann, könnten einige tatenlose Nachbarstaaten dem Modell folgen", hofft Speight.

Derzeit arbeiten die New Yorker Wildlife Conservation Society (WCS) und die Regierung in Laos an Projekten, die ein besseres Zusammenleben von Menschen und Elefanten ermöglichen sollen, wie WCS-Co-Direktor Arlyne Johnson erklärt. Denn durch das Bevölkerungswachstum und die steigende Aufforstung wird der natürliche Lebensraum der Elefanten so zerstückelt, dass sie nicht mehr wandern können. Konflikte mit einheimischen Bewohnern sind die Folge. (APA/red)