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US-Airlines: Die Zahl der Beschwerden stieg 2007 um 60 Prozent.

Foto: AP/Richard Drew
Washington – Verspätete und ausgefallene Flüge, verschwundene Koffer, überbuchte Maschinen: Die Qualität der US-Fluggesellschaften ist auf einen Tiefpunkt gesunken, wie aus einer am Montagabend veröffentlichten Studie hervorgeht. Am besten schnitten noch die drei Billigfluglinien AirTran, Lufthansa-Partner JetBlue und Southwest ab; mit ihnen waren die Kunden zufriedener als mit den großen Airlines wie Delta und United.

2007 sei das schlimmste Jahr für die US-Airlines gewesen, bilanzierte der Koautor der Studie, Brent Bowen: Pro 1000 Passagieren gingen durchschnittlich sieben Gepäckstücke verloren. Die Zahl der Passagiere, die wegen überbuchter Flugzeuge unfreiwillig am Boden blieben, stieg um 13 Prozent. Die Pünktlichkeit verschlechterte sich im fünften Jahr in Folge: Mehr als ein Viertel der Flüge war verspätet. Bei der Atlantic Southeast Airline, die am untersten Ende dieser Liste angeführt ist, erreichten gar nur knapp zwei Drittel der Maschinen planmäßig ihr Ziel.

Die Zahl der Beschwerden stieg um 60 Prozent, die meisten gingen bei US Airways ein, die wenigsten bei Southwest. Mehr als ein Drittel der unzufriedenen Kunden ärgerten sich über Probleme mit ihren Flügen, ein Fünftel meldete sich wegen verloren gegangenen, beschädigten oder gestohlenen Gepäcks. Elf Prozent ärgerten sich über schlechten Service.

Arbeitsplätze gestrichen

Viele Airlines haben wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Arbeitsplätze gestrichen und sich neue Einnahmequellen erschlossen: Gebühren für den zweiten Koffer beim Einchecken, für den Transport von Haustieren oder für die Buchung am Telefon. Die Qualitätskennzahl sank insgesamt auf minus 2,16. Das war der tiefste Wert seit Beginn der jährlichen Untersuchung 1991.

Die Branche kämpft derzeit auch mit Sicherheitsproblemen: American Airlines, Southwest, Delta und United mussten in jüngster Zeit Flüge absagen, um Sicherheitsüberprüfungen an ihren Maschinen durchzuführen. Im vergangenen Monat verhängte die Luftfahrtbehörde FAA eine Strafe in der Höhe von 6,5 Millionen Euro gegen Southwest, weil Sicherheitsinspektionen ausblieben.

Steigende Kerosinpreise und die sich verschlechternde Konjunktur in den USA machen der Branche zu schaffen. Drei kleinere Fluggesellschaften, nämlich ATA, Aloha Airlines und Skybus, stellten in der vergangenen Wochen ihren Betrieb wegen finanzieller Schwierigkeiten ein. Der Internationale Luftverkehrsverband IATA senkte inzwischen seine Gewinnprognose: Demnach wird die Branche in diesem Jahr weltweit umgerechnet nur noch 2,9 Milliarden Euro verdienen. (AP/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2008)