Die Übernahmeverhandlungen zwischen der insolventen Arquana Print Austria in Innsbruck und der Südtiroler Athesia-Gruppe sind am Freitagvormittag geplatzt. Grund für die gescheiterten Verhandlungen seien "enorm überzogene Forderungen" seitens der Athesia, sagte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband gegenüber der APA.

Die Athesia habe gefordert, dass das Unternehmerrisiko für das laufende Geschäftsjahr von Dritten übernommen werde, erklärte Hintringer. Diese Anlaufverluste hätten sich im Bereich von einer Million Euro bewegt. Diese Bedingung sei nicht erfüllbar. Für Hintringer ist dieses Vorgehen der Athesia "völlig unverständlich". Vor allem da die Verträge bereits unterschriftsreif gewesen seien. Noch in der vergangenen Woche seien nur noch kartellrechtliche Fragen offen gewesen. Anfang dieser Woche hätte die Athesia dann plötzlich die neuen Forderungen auf den Tisch gelegt.

Zukunft ungewiss

Die Zukunft für die 109 Mitarbeiter des insolventen Unternehmens ist damit wieder ungewiss. Es werde intensiv mit einem anderen Interessenten weiter verhandelt. Sollte aber bis zu einer Gläubigerausschusssitzung in der nächsten Woche keine Lösung vorliegen, sei die Betriebsschließung wohl unvermeidlich, meinte Hintringer.

Konkursverfahren

Über die Arquana Print Austria und deren Mutter in Wien, die Arquana Austria Holding GmbH, wurde am 22. Februar das Konkursverfahren eröffnet. Die Höhe der Passiva liege bei etwa 5,8 Mio. Euro, der Aktiva bei 3,3 Mio. Euro. Die Arquana Print Austria GmbH hatte im Juli des vergangenen Jahres die operativen Tätigkeiten der ehemaligen "WUB - Wagner'sche Univ. Druckerei" in Innsbruck übernommen. Geplant war, dass der jetzige Standort um eine Halle in der Größe von 3.000 Quadratmetern ausgebaut und der Personalstand auf 150 Dienstnehmer angehoben wird.

Es sollten an diesem Standort weitere Aufträge generiert werden. Die entsprechenden Planungen und Vorarbeiten am Standort in Innsbruck wurden schon in den ersten Monaten nach der Übernahme stark vorangetrieben und es wurden laut KSV bereits mehrere Millionen investiert. (APA)