Tirana – Diktator Enver Hoxha kaufte in den Sechzigerjahren Waffen und Munition aus China. Die Altbestände wurden noch vor ein paar Jahren nach Ruanda und in den Sudan verhökert. Nun deckte die New York Times auf, dass alte chinesische Munition aus Albanien kürzlich an die afghanische Armee und Polizei geliefert wurde.

Das US-Verteidigungsministerium hatte einer dubiosen Waffenfirma namens AEY aus Miami einen 300-Millionen-Dollar-Auftrag gegeben. Insgesamt kaufte AEY vom albanischen Verteidigungsministerium 100 Millionen Patronen. Die Sache ist nicht nur brisant, weil die USA Millionen Dollar für die Zerstörung der alten Bestände in Albanien ausgegeben hatten, auch von Korruption ist die Rede.

Geführt wird AEY von dem 22-jährigen Efraim Diveroli. Sein albanischer Geschäftspartner Kosta Trebicka packte nun aus. Er hatte heimlich Telefongespräche mit Diveroli aufgenommen. Ein zyprischer Zwischenhändler habe die Patronen billig gekauft und teurer weiterverkauft. Die Differenzsumme sei an albanische Beamte gegangen. Diveroli nannte in dem Telefonat auch den Namen von Premier Sali Berisha. "Ich kann diese Mafia nicht bekämpfen", sagte er laut NYT. Das Pentagon will keine Verträge mehr mit AEY abschließen. (awö/ DER STANDARD Printausgabe, 12./13.4.2008)