Jerusalem - Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) ist am Sonntag wenige Tage vor einer Reise in die USA kurzfristig mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zusammengekommen. Beide trafen sich erst vor einer Woche. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, die überraschend frühe erneute Zusammenkunft sei nicht auf eine Krise, sondern auf Terminschwierigkeiten zurückzuführen.

Der palästinensische Unterhändler Saeb Erakat berichtete, Abbas habe Olmert gebeten, einer Initiative Ägyptens zu einem inoffiziellen Waffenstillstand im Gazastreifen zuzustimmen. Olmert habe sich darauf aber nicht festlegen lassen wollen. Israel weigert sich, direkt mit der Hamas zu verhandeln.

Kraftwerk

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen steht nach Angaben von dessen Direktor vor der Abschaltung, falls Israel die Treibstofflieferungen nicht wieder aufnimmt. Nach einem Angriff palästinensischer Extremisten auf ein Benzinlager, bei dem zwei Israelis getötet wurden, hatte Israel das Ölterminal Nahal Oz geschlossen. Über das Lager wird sämtlicher Treibstoff für die 1,4 Millionen Bewohner des Gazastreifens geliefert.

Kraftwerksdirektor Rafik Maliha sagte am Samstag, der Treibstoff reiche nur noch für zwei oder drei Tage. Die Anlage wurde vor einigen Monaten bereits einmal abgeschaltet, nachdem Israel als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen die Lieferungen für mehrere Tage eingestellt hatte. (APA)