Innsbruck – Der polternde Noch-Arbeiterkammerchef Fritz Dinkhauser gilt mit seiner Liste als der große Unbekannte der Tiroler Wahl am 8. Juni. Sein erklärtes Wahlziel war immer, selbst Landeshauptmann zu werden. Jetzt kann er sich auch einen Landeshauptmann Hannes Gschwentner (SPÖ) vorstellen: „Alles ist möglich, ich schließe gar nichts aus“, betont Dinkhauser, allerdings: „Nix ist fix in einer Demokratie.“

Landeshauptmannstellvertreter Hannes Gschwentner nimmt jede Hilfe an, die er „kriegen kann“, sagt er. Er ist allerdings skeptisch, ob Dinkhauser ihn wirklich nach dem 8. Juni zum Landeshauptmann machen würde. „Ich kenne Dinkhausers Programm nicht, aber wenn er sich wirklich dazu bekennt, die ÖVP aufzumischen und den Filz zu entflechten, dann kann ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen.“ Bisher sei ihm Dinkhauser aber nicht gerade als interner ÖVP-Kritiker aufgefallen. Dinkhauser habe seine Position in der Arbeiterkammer mehr „zur politischen Selbstdarstellung“ genutzt, erklärt Gschwentner. Und ortet bereits jetzt Betrug am Wähler. Er verweist auf die Tiroler Wahlordnung, die das Prinzip der Koppelung vorsieht: Verschiedene Listen einer Partei müssten nach der Wahl automatisch koppeln, also zusammenarbeiten. Für Gschwentner heißt das, „vor der Wahl gegeneinander und dann zusammenzuarbeiten“. Er werde aber trotzdem mit Fritz Dinkhauser sprechen, es sei ja nicht eilig, und in Tirol „treffe man sich ohnehin zufällig irgendwo einmal im Monat“, so Gschwentner. Dann werde er mit Dinkhauser in eine Ecke verschwinden und herausfinden, wie ernst es ihm mit einer Zusammenarbeit sei.

Für Dinkhauser sind auch andere Optionen denkbar, „wenn etwa die Van-Staa-ÖVP unter 40 Prozent fällt, dann werden sich auch die Strategen etwas einfallen lassen müssen“, sagt er: „Tirol brauche in jedem Fall die Bündelung der positiven Kräfte“, egal welcher Farbe. Bei einer Umfrage des Sora-Institutes Anfang Februar 2008 lag die SPÖ bei nur mehr 19_Prozent (25,9 Prozent 2003), Dinkhauser wurden immerhin 23 Prozent zugerechnet. Für eine absolute Mehrheit würde es dann auch die Stimmen der Grünen brauchen. Für Gschwentner grundsätzlich kein Problem, „nichts gegen grüne Ideen, aber etwa die Wasserkraft in Tirol abzudrehen, wäre ruinös“. Grünen-Chef Georg Willi sieht’s positiv: „Solarstrom ist die Zukunft. Aber wir werden die SPÖ überzeugen.“ (Verena Langegger/DER TANDARD, Printausgabe, 15.4.2008)