Wien - Die EVN lässt über ihre Mehrheitsbeteiligung RAG (Rohölaufsuchungsgesellschaft) jetzt erstmals auch außerhalb Österreichs nach Kohlenwasserstoffen bohren. In der Ukraine habe die RAG mit "Transeuro Energy" ein Joint-Venture (50:50) zur gemeinsamen Entwicklung von Gasfeldern auf der Krim vereinbart, sagte EVN-Chef Burghard Hofer.

Bis vergangenes Jahr sei die RAG durch den 25-Prozent-Partner Shell in ihrem Aktionsradius auf Österreich beschränkt gewesen. Seit Shell im Vorjahr ihren Anteil verkauft hat, ist die RAG von diesen Fesseln befreit und schickt sich nun auch an, im süddeutschen Raum geothermische Bohrungen vorzunehmen. Das heiße Wasser soll laut Hofer zur Stromerzeugung verwendet werden.

Die EVN hat im Zuge des Shell-Rückzugs ihren Anteil an der RAG von 37,5 auf 50,05 Prozent aufgestockt. Als Dividende sind ihr zuletzt rund 40 Mio. Euro zugeflossen.

An der RAG sind neben EVN noch Eon Ruhrgas (29,95 Prozent), Steirische Gas-Wärme GmbH sowie Salzburg AG (je zehn Prozent) beteiligt.

Hofer will auch in den Kernbereichen der EVN (Strom, Wasser, Müllverbrennung) die Expansion im Ausland forcieren. So seien etwa in Südosteuropa gemeinsame Projekte mit dem Verbund denkbar.

Nach wie vor ablehnend steht Hofer einer von Brüssel forcierten eigentumsrechtlichen Trennung von Erzeugung und Netz gegenüber. Bei einem Energiekongress in Baden haben sich Vertreter der EU-Kommission und der Wettbewerbsbehörde erneut für eine strickte Trennung ausgesprochen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.4.2008)