Zeiten vor Chef-Auswechslungen sind meist schlimme. Das ist auch in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) so. Dort wird demnächst ein neues Direktorium bestellt – die Bewerbungen sind abgegeben, die Hearings gehört, die Rangeleien intensiv.

Vor allem hausinterne Bewerber haben es schwer. Etwa Andreas Ittner (der ÖVP zuzurechnen), der Josef Christl beerben will.

Ittner zog sich den Unmut des Zentralbetriebsrats unter Martina Gerharter zu. Er habe im Rahmen einer Jobrochade, in die er nicht eingebunden war, einem Abteilungsleiter den Bonus (der ist Bankern heilig) halbiert – was der Betriebsrat flugs mit einer Mitteilung ans ganze Haus ahndete. "Wird damit der Bonus als persönlich motivierte Disziplinarmaßnahme missbraucht?", fragt er und schreibt: "Wir erlauben uns, Herrn Mag. Ittner daran zu erinnern, dass die Fähigkeit zur Führung und Motivation an zweiter Stelle der Anforderungen in der Ausschreibung für die Bewerbung in das OeNB-Direktorium genannt wird."

Vielleicht noch ein Thema für das "alte" Direktorium. Das berät am Donnerstag im "EU-Boardroom" im Wiener Hotel Bristol unter anderem über OeNB-Strategien. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.4.2008)