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Blutproben aus Haiti

Foto: REUTERS/Eduardo Munoz
Berlin - Kinder in Entwicklungsländern seien besonders von der Immunschwächekrankheit bedroht, berichtete das Kinderhilfswerk bei der Vorstellung des Berichtes "Kinder und Aids". Allein im vergangenen Jahr starben demnach 290.000 Kinder an den Folgen von der Krankheit.

Ansteckung über die Mutter

Die meisten der neu angesteckten Kinder infizierten sich laut UNICEF bei ihrer Mutter - vor, während oder kurz nach der Geburt. Jedes zweite von ihnen wird der Organisation zufolge noch vor seinem zweiten Geburtstag sterben, wenn es nicht rechtzeitig medizinisch behandelt wird. "Wir brauchen bessere Daten, bezahlbare Medikamente, umfassende Aufklärung und starke Gesundheitssysteme", sagte der Leiter der HIV/Aids-Abteilung bei UNICEF, Jimmy Kolker. "Nur so können wir erreichen, dass die nächste Generation ohne Aids aufwächst."

Unzureichende Dokumentation erschwert Maßnahmen

Gerade in den besonders von der Immunschwächekrankheit betroffenen Ländern sei das Ausmaß der Epidemie nur unzureichend dokumentiert. So sei immer noch nicht genau bekannt, wie viele Kinder in den betroffenen Ländern Viren hemmende Medikamente benötigten und wie viele Neugeborene mit HIV geboren würden. Fest stehe aber, dass längst nicht alle der weltweit rund 2,1 Millionen HIV-infizierten Kinder medizinische Hilfe erhielten.

Fortschritte in den letzten Jahren

So erhielten deutlich mehr Kinder und werdende Mütter Medikamente und therapeutische Behandlung. Die Zahl der HIV-infizierten Kinder, die mit Viren hemmenden Medikamenten versorgt würden, sei seit 2005 um 70 Prozent gestiegen. Die finanziellen Mittel für den Kampf gegen Aids seien von 2004 bis 2007 von 6,1 Milliarden auf zehn Milliarden US-Dollar gestiegen.

Vorbeugende Maßnahmen

Trotzdem werden es laut UNICEF voraussichtlich nur 21 Schwellen- und Entwicklungsländer schaffen, bis 2010 für 80 Prozent der HIV-infizierten Schwangeren vorbeugende Maßnahmen anzubieten. (APA/AP)