Eisenstadt - Sportlich ist dem SC Eisenstadt schon länger das Wasser bis zum Hals gestanden. Jetzt hat ihn auch das wirtschaftliche Ende ereilt. Nach 101-jähriger Clubhistorie mit dem Gewinn des Mitropacups 1984 als Höhepunkt stellte der eingesetzte Masseverwalter Willibald Stampf am Donnerstag den Antrag auf Schließung des Traditionsvereins. Ob das Schlusslicht der Fußball-Regionalliga Ost am (heutigen) Freitag auswärts auf freiwilliger Basis und ohne Bezahlung gegen die Rapid-Amateure antrat, war zu Mittag noch nicht festgestanden.

"Ich versuche, eine Mannschaft zusammenzubekommen", sagte Trainer Norbert Barisits am Freitag. Er hofft weiters, dass die Spieler bis Saisonende weiter trainieren, spielen und dann im Sommer so leichter einen neuen Verein finden werden. Den Angaben von Barisits zufolge soll der Schuldenstand des Vereins, der zwischen den 60er und 80er Jahren der höchsten heimischen Spielklasse angehört und im Lindenstadion so manchem Großen Probleme bereitet hatte, etwas mehr als zwei Millionen Euro betragen.

Ein Rettungsversuch von Mäzen Richard Trenkwalder bewahrte die Eisenstädter 2007 zwar vor dem Abstieg, aber auf wirtschaftlicher Seite trat nur eine Verzögerung ein, war die Talfahrt letztlich nicht aufzuhalten. Diese hätte der Personal-Vermieter mit einer unbedingte Haftungserklärung, also höheren Zahlungen an die Burgenländer, verhindern können. Auf dieses Risiko soll sich Trenkwalder aber nicht mehr eingelassen haben, und so war der Masseverwalter am Zug.

Der Tabellenletzte hat heuer aus sechs Frühjahrsspielen sechs Punkte geholt und das unter miserablen Voraussetzungen und Bedingungen. "Sechs Stunden vor Transferende im Jänner hatte ich nur sechs Spieler, keine Dressen, nur zwei Bälle für das Training in der Vorbereitung. Und dazu fristeten wir ein Zigeunerleben", erzählte Barisits, der mit seiner Truppe zuletzt in Antau eine Heimstädte für die Liga-Partien gefunden hat, aber zum Training durch die Gegend (FavAC, Wienerberg, Großhöflein, Steinbrunn etc.) tingeln musste. (APA)