Santiago - Wegen der steigenden Lebensmittelpreise drohen den Vereinten Nationen zufolge in Lateinamerika und der Karibik Millionen Menschen in extreme Armut abzurutschen. Die Verteuerung der Hauptnahrungsmittel in der Region wie Getreide, Weizen und Reis habe sich so sehr beschleunigt, dass staatliche Eingriffe dringend nötig seien, erklärte der Chef der UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Eclac), Jose Luis Machinea, am Freitag. "Für einen riesigen Bevölkerungsanteil ist die Situation dramatisch."

Bereits ein Anstieg der Lebensmittelpreise von 15 Prozent bedeute, dass weitere 15,7 Millionen Menschen in der Region in extreme Armut abrutschen, erläuterte Machinea. Daher müssten die Staaten der Teuerung etwa durch eine Senkung der Verbrauchssteuern entgegenwirken oder die unteren Einkommensgruppen finanziell unterstützen.

Politische und soziale Gefahren

Zuletzt hatten auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank vor politischen und sozialen Gefahren des Preisanstiegs weltweit gewarnt. In mehreren Entwicklungsländern kam es zu Unruhen. In Haiti führte dies zum Sturz der Regierung. (APA/Reuters)