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Eine Kerze und ein Gebet für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Benedikt XVI. besuchte am Sonntag Ground Zero.

Foto: Reuters
New York - Papst Benedikt XVI. hat zum Abschluss seiner sechstägigen USA-Reise der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht. Benedikt kniete am Sonntag am Ground Zero, dem Ort der Anschläge in New York, wo die beiden Türme des World Trade Center standen, nieder und verharrte mehrere Minuten im stillen Gebet. Anschließend zündete er eine Kerze an und sprach ein Gebet für die mehr als 3000 Opfer. Der Papst erinnerte an "die schuldlosen Menschen, die Opfer dieser Tragödie wurden, nur weil ihre Arbeit oder ihr Dienst sie am 11. September 2001 hierher führte". Er erwähnte dabei aber auch die Täter: "Führe diejenigen, deren Herzen und Seelen von Hass verzehrt werden, zu deinem Weg der Liebe."

Das Oberhaupt der katholischen Kirche fuhr unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Papamobil zu dem Gelände. Unter den geladenen Gästen waren auch 24 Angehörige von Opfern sowie Überlebende. Nach dem Gebet und der Segnung feierte der Pontifex im Yankee-Stadion vor 55.000 Gläubigen eine Messe und trat dann die Rückreise antreten.

"Finsteres Regime"

Benedikt XVI. hatte am Samstag die katholische Kirche in den USA nach ihrem Missbrauchskandal zur Reinigung und Erneuerung aufgerufen. Nötig sei nun eine Zeit der Heilung, sagte der Papst bei einer Messe in der New Yorker St. Patrick's Cathedral.

Vor 20.000 Jugendlichen erinnerte der Papst danach auf dem Gelände des New Yorker Priesterseminars an seine Jugend im Dritten Reich. "Meine eigenen Jahre als Teenager wurden durch ein finsteres Regime verdorben, das glaubte, alle Antworten zu haben", sagte er. "Einige eurer Eltern sind nach Amerika gekommen, um diesem Schrecken zu entfliehen." (AFP, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 21.4.2008)