Linz - Der Verkauf des Flugzeugzulieferers FACC ist vorerst abgeblasen. Geld könnte aber durch ein Joint-Venture mit der Mubadala Development Company aus Abu Dhabi hereinkommen. Das berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) in ihrer Samstag-Ausgabe.

Schon seit mehreren Monaten steht die FACC zum Verkauf. Die Eigentümer Salinen AG und Fischer wollten die teure Vorfinanzierung von Neuentwicklungen nicht länger tragen, ein Verkauf an einen chinesischen Bieter ist zu Jahresbeginn gescheitert. Am 10. April gab Hannes Androsch, Aktionär der Salinen Austria, die knapp 50 Prozent am Unternehmen halten, bekannt: "Wir sanieren jetzt selbst. Und dann sehen wir weiter". Über eine Kapitalerhöhung sollen 10 Mio. Euro in die FACC fließen. Der Verkauf sei nicht abgesagt, sondern verschoben, betonte Androsch damals. Trotz Verlusten halte er das Unternehmen für sanierbar. Einen Zeitplan konnte Androsch allerdings nicht nennen.

Joint-Venture

Jetzt könnte es zu einem Joint-Ventures mit der staatlichen Mubadala Development Company kommen. Entsprechende Verhandlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Ziel eines gemeinsamen Unternehmens könnte es sein, Flugzeugteile, die von FACC für bestimmte Flugzeugtypen entwickelt worden sind, im arabischen Raum zu fertigen, wo in Dollar fakturiert wird. Damit könnte der derzeitige Währungsnachteil durch den starken Euro ausgeglichen werden. Der Partner müsste eine Gebühr an FACC zahlen. Die Einnahmen aus dem Joint-Ventures würden entsprechend aufgeteilt. Zu den 100-Prozent-Töchtern des Unternehmens gehört etwa die Abu Dhabi Aircraft Technologies, 35 Prozent der italienischen Piaggio Aero Industries gehören ebenfalls zum Firmenreich. Und erst vergangenen Herbst wurde bei der Dubai Air Show ein Abkommen über eine Zusammenarbeit mit dem US-Flugzeugkonzern Northrop Grumman.

Kapitalerhöhung

Ob Mubadala in weiterer Folge FACC-Anteile übernimmt, sei nicht klar. Auszuschließen sei es aber nicht, heißt es aus dem Unternehmen, berichten die OÖN. Fix ist, dass die Salinen (Raiffeisen Landesbank und Hannes Androsch) der FACC mit weiteren zehn Millionen Euro helfen wollen und der Skiproduzent Fischer diese Kapitalerhöhung nicht mitmachen will. Damit würden sich die Eigentumsverhältnisse verschieben. Die Firma Fischer tendiert eher zu einem rascheren Verkauf. Die Salinen hätten ein Vorkaufsrecht. Fischer will sich stärker auf die Autozulieferaktivitäten bei ihrer FCT und auf die Sanierung der Skiproduktion konzentrieren. (APA)