Die am 9. Mai 2008 offiziell beginnenden Wiener Festwochen stehen heuer mit Blick auf das Schauspielprogramm unter dem Motto der Vorzukunft: "Wer werden wir gewesen sein?"

Bereits am 3. Mai gastieren mit der lange entbehrten Ariane Mnouchkine und deren Théâtre du Soleil Zeitgeschichte-Zeugen in Wien: Les Éphémères entwirft einen rund siebenstündigen Flickenteppich von Alltagsepisoden (Gasometer-Halle). Lars-Ole Walburg liefert am Wiener Schauspielhaus eine Dramatisierung von Arno Geigers Erfolgsroman Es geht uns gut ab (4. Mai). Christoph Marthaler simuliert eine Gesundheitsinstitutsbegehung - "mit Seilbahnanschluss" (Platz Mangel, ab 6. Mai im MQ).

Luk Perceval, Spielleiter der Berliner Schaubühne, nimmt sich im Theater an der Wien des hässlichen Kriegsstückes Troilus und Cressida an (12. Mai, Theater an der Wien). Der Lette Alvis Hermanis recherchiert unter dem Titel Väter exzeptionelle Opfer- und Täterbiografien (ab 13. Mai im MQ) nach.

Der Choreograf und Philosoph Massimo Furlan stellt EM-gerecht das Wunder von Cordoba nach - am 16. Mai im Wiener Gerhard-Hanappi-Stadion. Festwochen-Intendant Luc Bondy ist mit gleich zwei Arbeiten vertreten: Seine Pariser Marivaux-Inszenierung von Die zweite Überraschung der Liebe (21. Mai, MQ) wird von Genets Die Zofen (30. Mai, Theater Akzent) kontrastiert. (poh, DER STANDARD/Printausgabe, 21.04.2008))