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Die Post hatte Ende des Vorjahres Otto/Universal Versand und Quelle/Neckermann an den Neueinsteiger Hermes verloren, und daraufhin ein Sparprogramm angekündigt. Sieben Paketzustellbasen sollen geschlossen und rund 1.700 Mitarbeiter bis zum Jahr 2012 abgebaut werden.

Foto: APA/Jäger
Wien - Heute Dienstag findet die zweite Hauptversammlung (HV) der Österreichischen Post AG seit dem Börsegang im Mai 2006 statt. Die Aktionäre dürfen sich über eine Basisdividende von 1,40 Euro pro Aktie und eine Sonderdividende von 1 Euro pro Aktie freuen. Im Vorjahr wurde lediglich eine Basisdividende in Höhe von 1 Euro ausgeschüttet. Auf der Tagesordnung steht morgen unter anderem die Ermächtigung des Vorstands zum Rückkauf und gegebenenfalls zur Einziehung eigener Aktien bis zu zehn Prozent des Grundkapitals auf die Dauer von 18 Monaten.

Rechtzeitig vor der Hauptversammlung war bekanntgeworden, dass ein ehemaliger Großkunde der Post, der deutsche Quelle-Versand, wieder zurückkehren könnte. Die Post hatte Ende des Vorjahres Otto/Universal Versand und Quelle/Neckermann an den Neueinsteiger Hermes verloren, und daraufhin ein Sparprogramm angekündigt. Sieben Paketzustellbasen sollen geschlossen und rund 1.700 Mitarbeiter bis zum Jahr 2012 abgebaut werden.

Paketoffensive im Herbst

Gleichzeitig soll eine Paket-Offensive im heurigen Herbst starten. Wobei nicht alles so umgesetzt wird, wie dies ursprünglich angekündigt war. So wird die Abendzustellung wohl nicht so schnell kommen, dafür bleibt es bei der Wochenendzustellung. Sollte ein Zustellversuch nicht klappen, dann wird ein zweites Mal zugestellt. Ursprünglich war auch ein dritter Zustellversuch geplant, nun soll dafür der zweite Anlauf kundenfreundlicher werden. Sprich, es wird nicht einfach am nächsten Tag noch ein Zustellversuch unternommen, sondern der Postler hinterlässt eine Telefonnummer, unter der der Zeitpunkt für den nächsten Anlauf vereinbart werden kann. Ebenfalls ab Herbst kommt die Ausdehnung der Anlieferungszeit für Geschäftspakete von 19.00 Uhr auf 1 Uhr morgens. Die Umstellung von der Abrechnung nach Gewicht auf die Verrechnung nach Paketgröße bleibt weiter im Visier, Zeitpunkt für die Einführung gibt es aber keinen.

Die erste Post-HV im Vorjahr stand ganz im Zeichen zufriedener Aktienbesitzer. "Ich bin sehr froh, ein Aktionär der Post zu sein", betonte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger damals. Kritikpunkte gab es primär am Kundenservice und an einzelnen Bilanzposten. Die Post lässt sich die HV heuer rund 70.000 Euro kosten. Insgesamt wendete die Post für PR und Investor Relations-Agenden 2007 rund 1,5 Mio. Euro auf, geht aus einer Anfrage von Rasinger hervor.

Stabile Umsatzentwicklung

Die Post-Aktie war am 31. Mai 2006 mit 19 Euro in den Handel gegangen, heute, Montagmittag hielt sie bei 27,70 Euro (plus 1,09 Prozent gegenüber Handelsschluss). Mit dem Börsegang wurde ein Erlös von 652 Mio. Euro erzielt. Verkauft wurden 49 Prozent des ehemaligen Monopolisten, 51 Prozent hält weiterhin der Staat. Im Geschäftsjahr 2007 steigerte die Post den Umsatz um 33 Prozent auf 2,32 (1,74) Mrd. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 32 Prozent auf 162,8 (123,3) Mio. Euro. Die Post lag damit in etwa auf Höhe der Erwartungen der Analysten.

Für das Jahr 2008 prognostiziert der Post-Konzern eine stabile bis leicht steigende Umsatzentwicklung von bis zu 3 Prozent, wegen der "Marktbeeinträchtigung im österreichischen Paketgeschäft" aber ein geringfügig unter 2007 liegendes operatives Ergebnis. In den Folgejahren solle das Ebit wieder "kontinuierlich ansteigen". (APA)