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Eine entscheidende Rolle spielt der Wirtschaftszweig: Dienstleistungsunternehmen zahlen in Großbritannien und in Österreich besonders gut.

Foto: AP/Kammerer
Wien - Britische und deutsche Vorstandschefs (CEO) liegen im Gehältervergleich in Westeuropa ganz vorne: Die Jahresgesamtbezüge eines britischen Vorstandschefs in einem Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern betragen 675.000 Euro, sein Kollege in Deutschland verdient 667.000 Euro. Im Mittelfeld liegen CEO aus Österreich und Irland mit einem durchschnittlichen Jahresgesamtgehalt in Höhe von 365.000 Euro bzw. 433.000 Euro. Das niedrigste Jahresgesamtgehalt bekommen spanische (244.000 Euro) und niederländische CEO (251.000 Euro), ergab eine aktuelle Studie des Managementsberaters Kienbaum.

"Die Gehaltsschere innerhalb Europas geht weiter auseinander", befindet Kienbaum-Vergütungsexpertin Maria Smid. Zum einen sei das in den deutlich unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen begründet, zum anderen würden die verschiedenen Globalisierungs- und Reifegrade der Volkswirtschaften eine entscheidende Rolle spielen.

Großunternehmen zahlen mehr

Eine ähnliche Gehaltsstruktur wie in den großen Unternehmen zeichne sich in den Führungsetagen kleiner Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern ab. Wie im Vorjahr belegen deutsche Vorsitzende der Geschäftsführung in dieser Kategorie den ersten Rang mit einem Jahresgesamtgehalt in Höhe von 224.000 Euro, gefolgt von den britischen Kollegen mit 196.000 Euro, heißt es in der Aussendung des Managementberaters. Ganz hinten liegen die Iren mit 118.000 Euro. "In Deutschland und Großbritannien sind viele Unternehmen mit europaweitem Einfluss angesiedelt. Dort ist es besonders wichtig, dass die Betriebe ihren Leistungsträgern ein wettbewerbsfähiges Vergütungsmodell bieten", erklärt Smid. In allen Ländern entscheide die Unternehmensgröße maßgeblich über die Höhe der Vergütung. Je größer, komplexer und internationaler die Unternehmensstruktur sei, desto höher falle das Gehalt aus.

Im Vergleich der Funktionsbereiche gebe es ebenfalls Vergütungsunterschiede. Im Finanzbereich würden sich hohe Gehälter am besten in Großbritannien realisieren lassen. In Unternehmen mit 100 bis 1.000 Mitarbeitern betrage das Gehalt eines Finanzdirektors 227.000 Euro, während ein Personaldirektor auf lediglich 155.000 Euro komme. In Schweden werden die gleichen Positionen mit 110.000 Euro beziehungsweise 100.000 Euro am niedrigsten vergütet. Generell verdienen Führungskräfte der ersten Ebene laut Kienbaum unterhalb der Geschäftsführung in den Bereichen Finanzen, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung am besten. In der Produktion hingegen würden geringere Gehälter gezahlt werden.

Branchenspezifische Unterschiede

Eine entscheidende Rolle spiele der Wirtschaftszweig: Dienstleistungsunternehmen zahlen in Großbritannien und in Österreich besonders gut. Dort liegt das Jahresgesamtgehalt der CEO in kleinen Firmen bei 281.000 Euro beziehungsweise 251.000 Euro. Das produzierende Gewerbe sei für Manager ebenfalls attraktiv. Vertriebsgesellschaften zahlen Führungskräften dagegen geringere Gehälter.

In europäischen Unternehmen hätten variable Vergütungsbestandteile nach wie vor als Führungs- und Steuerungsinstrument eine sehr große Bedeutung. In deutschen Unternehmen beziehen nahezu alle Geschäftsführer Bonifikationen, in Österreich sind es 93 Prozent. In Irland bieten 79 Prozent der Firmen variable Vergütungspläne an. Belgien belegt den letzten Platz - dort werden lediglich 71 Prozent dieser Manager leistungs- und erfolgsabhängig entlohnt. (APA)