Wien - Die kolportierte Abfertigungssumme für ÖBB-Chef Martin Huber von 822.000 Euro entspricht in etwa dem jährlichen Bruttogehalt von rund 20 Lokführern, hieß es am Mittwoch aus der Bahnbelegschaft. Demnach verdient ein Lokführer im vergleichbaren Alter wie Huber (48) ohne Zulagen 2.800 Euro brutto. Zum Vergleich: Die Assistenz der Geschäftsführung soll dem Vernehmen nach rund 8.000 Euro brutto monatlich erhalten.

Stellungnahmen bleiben aus

Nur nicht anstreifen war am Mittwoch das Motto der Regierung nach Berichten über die hohen Abfertigungen für die zurückgetretene ÖBB-Spitze. Vor dem Ministerrat wollte keiner der von den Medien befragten Minister inhaltlich dazu Stellung nehmen. Zuständig sei Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ). Den möge man doch bitte dazu befragen, lautete der Tenor. Der Verkehrsminister zeigte sich allerdings nicht vor den Journalisten und zog es vor, die Regierungssitzung durch einen Hintereingang zu betreten.

"Ich habe überhaupt nichts zu erklären, als nicht zuständiger Minister, weil das der Aufsichtsrat der ÖBB zu verantworten hat", lehnte Landwirtschaftsminister Josef Pröll (ÖVP) eine Stellungnahme zu den Vorgängen bei der Bundesbahn ab. Ähnlich sein Parteifreund Wirtschaftsminister Martin Bartenstein: "Zuständig ist eindeutig mein Kollege Faymann."

Auch Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) zeigte sich zu den kolportierten ÖBB-Abfertigungen wortkarg: "Dies sei eine sehr hohe Summe, aber ich denke dass der Aufsichtsrat und Faymann alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um diese Summe niedrig zu halten". Im übrigen verwies auch Buchinger auf die Verantwortung seines SP-Kollegen: "Da gibt es einen Minister, der Ihnen diese Frage besser beantworten kann. Das ist Minister Faymann."

Faymann ist als Verkehrsminister der Eigentümervertreter der zu die zu 100 Prozent im Staat befindlichen ÖBB. Er trägt in dieser Position auch die Letztentscheidung über die derzeit diskutierten Personaländerungen an der Konzernspitze. Zumindest vor dem Ministerrat gab es vom Verkehrsminister keine Stellungnahme zu dieser Causa. (APA)