Linz - Der Geschäftsführer der Imperial KapitalbeteiligungsgmbH Faramarz Ettehadieh ist in einem Schöffenprozess im Landesgericht Linz am Donnerstag vom Vorwurf der Untreue freigesprochen worden. Die Cordial-Anleger, die sich geschädigt gefühlt und als Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen hatten, wurden auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Der Staatsanwalt erhob Nichtigkeitsbeschwerde, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

In dem seit Juli vergangenen Jahres dauernden Prozess ging es um einen Betrag von 50 Mio. Schilling (3,63 Mio. Euro), den die Cordial Ferienclub AG 1992 an ihre Mutter, die Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH, im Zusammenhang mit der Errichtung eines Vier-Stern-Golfhotels in der Toskana bezahlt hat. Die Anklage stützte sich auf ein Gutachten, laut dem keine entsprechende Gegenleistung erbracht worden sei. Dadurch seien die Cordial-Anleger in ihren Interessen geschädigt worden.

Ettehadieh bestritt diese Vorwürfe stets und betonte, die Gegenleistung der Imperial sei angemessen gewesen. Da die Cordial nicht das Personal habe, um Anlagen wie das Golfhotel zu suchen, zu entwickeln und zu bauen, habe dies in der Toskana die Imperial übernommen. Sein Verteidiger, Wolfgang Mohringer, versuchte vor allem, die belastende Expertise zu entkräften. Er warf dem Gutachter "persönliches Interesse an einer Verurteilung des Angeklagten" vor.

Kein "Scheingeschäft"

Richter Marc Koller begründete den Freispruch damit, die Verhandlung habe ergeben, dass eine Leistungsbeziehung zwischen Cordial und Imperial vorhanden gewesen sei - durch eine mündliche Vereinbarung im Jahr 1991 und einen schriftlichen Vertrag 1992. Es sei also kein "Scheingeschäft" gewesen. Imperial sei Totalunternehmer für die Planung, Organisation, Beschaffung des Grundstückes und Bau des Golfplatzes gewesen, weil Cordial über kein eigenes Personal dafür verfügt habe. Die geplanten Appartements sollten um jeweils zwei Mio. Schilling (145.346 Euro) errichtet werden.

Die bezahlten Summen und Honorare - in denen auch die frustrierten Kosten für nicht zustande gekommene Projekte zu berücksichtigen seien - seien nicht überhöht und somit angemessen gewesen. Sie seien "fremdüblich" gewesen, hätten also mit einer Fremdfirma ebenso in dieser Form abgeschlossen werden können. Der Cordial sei kein Vermögensnachteil erwachsen. Ettehadieh habe sicherlich in beiden Unternehmen ein gewichtiges Wort gehabt, sei jedoch nicht "Alleinherrscher" gewesen.

Ettehadieh zeigte sich nach dem Urteil "glücklich und erleichtert". Er sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass es für die Anschuldigungen keine Grundlage gebe.