Wien - In seiner Migrations- und Integrationscharta fordert das Österreichische Rote Kreuz ein verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Fünfjährigen und konkrete Kriterien für die Steuerung der Zuwanderung statt der derzeitigen Quotenregelung. An Innenminister Platter appellierte Rot-Kreuz-Präsident Fredy Mayer am Mittwoch, nun konkrete Taten für eine Reform der Integrationspolitik zu setzen.

"Integration braucht Bildungsförderung", stellte Mayer fest. Schüler, die die Unterrichtssprache Deutsch nicht verstehen, hätten von Anbeginn einen Nachteil, den sie später nur schwer aufholen können. Mayer hält es für wichtig, die Sprachkenntnisse schon in der frühen Kindheit zu fördern. Deshalb sollte das letzte Kindergartenjahr verpflichtend sein.

Start-Nachteile ausgleichen

So könne man nicht nur den Startnachteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache ausgleichen, sondern auch Fünfjährigen ohne Migrationshintergrund, die unter sozialen Problemen leiden, helfen. Die Folge wäre eine massive Erhöhung der integrativen Funktion von Kindergärten.

Neben einer Bildungsförderung auch für erwachsene Migranten forderte Mayer auch eine andere Steuerung der Zuwanderung: "Viel sinnvoller als die derzeitige Quotenregelung ist eine Steuerung der Zuwanderung nach bestimmten Kriterien", meinte der Rot-Kreuz-Präsident. "Solche Kriterien haben zwei entscheidende Vorteile: Sie richten sich erstens nach den Bedürfnissen des Zuwanderungslandes und gewährleisten zweitens dem möglichen Zuwanderer Transparenz und Fairness: Die Migranten müssen nicht um die halbe Welt reisen, nur um festzustellen, dass sie nicht bleiben dürfen." (APA)