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Die NASA-Aufnahmen zeigen den Rückgang des arktischen Eispanzers (oben: September 2005, unten: September 2007)

Foto: Reuters/NASA
Wien - Eine neue Studie zur Entwicklung der nördlichen Eiskappen kommt zu ungünstigeren Prognosen als die meisten bisherigen Untersuchungen: Die arktischen und Grönlandeispanzer schmelzen demnach noch schneller ab als bisher angenommen. Die am Donnerstag veröffentlichte Studie des World Wide Fund for Nature (WWF)zeigt, dass der Klimawandel in der Arktis auf allen Ebenen stattfinde.

Vor allem das Festlandeis auf der Insel Grönland und das arktische Meereseis seien davon stark betroffen. "Wenn das Grönlandeis in diesem Tempo weiter abschmilzt muss sich die Welt auf katastrophale Auswirkungen in den nächsten Jahrzehnten einstellen", befürchtet WWF-Klimaschutzexpertin Kathrin Hebel.

Schnellere Erwärmung

Der arktische Raum erwärmt sich laut WWF doppelt so stark wie der Rest der Welt. Die Meerestemperaturen im Sommer 2007 lagen demnach um bis zu fünf Grad über dem Normalzustand. Im September 2007 erreichte die Ausdehnung des arktischen Eises 4,3 Millionen Quadratkilometer, das bedeute einen Eisverlust von 39 Prozent im Vergleich zu 1979, als die Satellitenbeobachtung begann. Das führte dazu, dass die Nordwestpassage 2007 eisfrei wurde.

Die meisten Studien gehen davon aus, dass bis zur Mitte dieses Jahrhunderts das arktische Sommereis vollständig geschmolzen sein wird, so der WWF. Eine Studie unter der Leitung von Maslowski Whelan vermute sogar, dass dieser Zustand bereits 2013 erreicht sein werde. Das Schmelzen des arktischen Eises führe dazu, dass noch mehr Sonnenwärme in den arktischen Meeren absorbiert wird und sich der globale Klimawandel beschleunige.

Methan im Permafrostboden

Einge Studien ergeben, dass de Eisschmelze selbst auch eine indirekte Wirkung auf das Klima haben kann. Millionen Tonnen Methan sind derzeit noch im Permafrostboden gespeichert. Sollten diese frei gesetzt werden, könnte dies einen weiteren Anstieg der globalen Temperatur bedeuten, da Methan ein noch stärkeres Klimagift ist als CO2. (APA/red)