Bild nicht mehr verfügbar.

Mitja Gaspari

Foto: APA/EPA/Voranc Vogel
Portoroz - Der frühere slowenische Notenbankgouverneur Mitja Gaspari rechnet mit einem Übergreifen der US-Finanzkrise nach Europa. "Die Finanzkrise kommt erst nach Europa", sagte das frühere EZB-Ratsmitglied am Donnerstagabend am Rande einer Wirtschaftskonferenz im slowenischen Küstenort Portoroz der amtlichen Nachrichtenagentur STA.

Die Finanzkrise "kehrt dorthin zurück, wo sie begonnen hat, nämlich zu den Banken", die ihre Probleme eigentlich auf andere Wirtschaftsbereiche hätten abwälzen wollen, sagte Gaspari. Der langjährige slowenische Finanzminister (1992-2001), dem große Verdienste um die Euro-Einführung in Slowenien zugeschrieben werden, warnte davor, dass kleinere Banken von den Auswirkungen der Finanzkrise härter getroffen werden könnten. Bisher habe sich nämlich gezeigt, dass sich "die großen Spieler" besser zurechtgefunden hätten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzkrise auch auf Slowenien übergreife sei, "sehr groß". Die slowenischen Banken hätten sich zwar selbst nicht an den umstrittenen Spekulationsgeschäften mit US-Hypotheken beteiligt, sie seien aber finanziell sehr stark von ausländischen Banken abhängig. Angesichts der Tatsache, dass auf dem Finanzmarkt viel Geld verfügbar sei, es aber nicht zirkuliere, müssten die Zentralbanken eingreifen, forderte der frühere Gouverneur der Banka Slovenije (2001-2007). (APA)