Maria Enzersdorf - Hypo Niederösterreich steht im Finale der Frauen-Champions-League. Österreichs Handball-Serienmeister besiegte am Samstag in der Südstadt den russischen Verein Lada Togliatti mit 36:29 (20:12) und machte damit den 28:31-Rückstand aus der ersten Partie locker wett. Die Mannschaft von Manager Gunnar Prokop trifft nun im Kampf um ihren neunten Meistercup-Triumph, den ersten seit 2000, auf den Sieger des am Sonntag stattfindenden Duells Eto Györ - Zwezda Zwenigorod. Das Hinspiel hatten die Ungarinnen 25:23 gewonnen.

In der ersten Final-Partie am 17. oder 18. Mai muss Hypo auswärts antreten. Das Heimmatch steigt dann am 24. Mai in der Wiener Neustädter Arena Nova, weil der Europa-Verband EHF seit dieser Saison vorschreibt, dass die Halle für ein Endspiel mindestens 3.000 Zuschauer fassen muss.

Gegen Togliatti reichten aber auch die 1.700 Zuschauer im ausverkauften BSFZ Südstadt aus, um eine tolle Stimmung zu erzeugen. Angetrieben von den lautstarken Anfeuerungsrufen startete Hypo perfekt in das Spiel und holte den Drei-Tore-Rückstand bald auf.

Die Österreicherinnen, die nun zum 14. Mal um eine europäische Trophäe spielen, waren im Vergleich zum Hinspiel in Russland, wo sie im 13. Saisonspiel in der Champions League ihre erste Niederlage kassiert hatten, nicht wiederzuerkennen. Dank einer starken Leistung in der Defensive, einer guten Chancenauswertung, einer überzeugenden Torfrau Englert und einer entfesselten Oh spielten sie die Gäste an die Wand und gingen mit einem komfortablen 20:12 in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gerieten die Gastgeberinnen zwar zeitweise ins Trudeln und ließen die Russinnen in der 34. Minute sogar auf 20:16 herankommen. Danach aber fanden Oh und Co. wieder zu alter Stärke, bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus und sicherten sich letztlich problemlos das Endspiel-Ticket. (APA)

Ergebnis der Handball-Champions-League der Frauen vom Samstag:

Semifinal-Rückspiele:
  • Hypo Niederösterreich - HC Togliatti 36:29 (20:12)
    Hinspiel 28:31, Werferinnen Hypo: Toth 10/4, Oh 8, Nascimento 7, Acomivic 6/1, Myoung 2/1, Kim 2, Piedade 1. Beste Werferin Togliatti: Lochalina 7

  • ETO Györ - Zwezda Zwenigorod (RUS) 21:27 (10:14)
    Hinspiel 25:23, Zwenigorod mit Gesamtscore von 50:46 im Finale gegen Hypo Niederösterreich.

    Finaltermine: Hinspiel am 17. oder 18. Mai in Zwenigorod, Rückspiel am 24. Mai in der Wiener Neustädter Arena Nova.

    Reaktionen zum Finaleinzug:

    Gunnar Prokop (Hypo-Manager): "Die erste Hälfte war wieder so wie man sie von Hypo kennt. Einfach sensationell. Dann hat die Mannschaft aber wieder das Zitter-Händchen bekommen. Die Angst vor dem Gewinnen, die gibt es eben einfach. Aber man muss verstehen, die Mannschaft stand unglaublich unter Druck. Das allerbeste war das Publikum. So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt. Die Fans waren die absolute Nummer eins, erst dann kamen Oh und Torfrau Englert."

    Prokop weiter: "Das Finale war mein Ziel, das habe ich nie aufgeben. Aber das ist noch nicht das Ende meiner Träume, wir wollen das Finale auch gewinnen. Man kann sich den Gegner nicht aussuchen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es Györ sein wird."

    Andras Nemeth (Hypo-Trainer): "Ich bin überglücklich. Die erste Hälfte war sehr gut, in der zweiten Hälfte hatten wir drei, vier Minuten Probleme. Es war auch danach ein schwieriges Match, aber ich war mir immer ganz sicher, dass wir ins Finale kommen werden."

    Daniela Piedade (Hypo-Spielerin): "Ich bin unglaublich glücklich, in meinem sechsten Jahr bei Hypo ist das mein erstes Finale. Die Mannschaft war unglaublich brav. Es war eh besser, nach zwölf Siegen in Folge in Russland zu verlieren und dafür hier gut zu spielen und zu gewinnen. Die fünf Wochen Spielpause vor der Partie haben uns den Rhythmus genommen, aber der ist jetzt wieder da." (zum Wunsch nach dem Endspielgegner:) "Egal, wer kommt - er muss erst einmal gegen uns gewinnen."