Bild nicht mehr verfügbar.

EU-Abkommen als Wahlzuckerl für Tadic.

Foto: EPA/PETER FOLEY
Dienstag Vormittag einigten sich die EU-Außenminister in Luxemburg darauf, das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Serbien zu unterzeichnen. Gleich darauf stieg der serbische Vizepremier Bozidar Djelic, begleitet von Präsident Boris Tadic ins Flugzeug, um seine Unterschrift unter das Dokument zu setzten. Das SAA soll aber von den einzelnen EU-Staaten erst dann ratifiziert werden, wenn Serbien „die volle Zusammenarbeit“ mit dem UN-Tribunal für Kriegsverbrechen in Den Haag herstellt, beziehungsweise den bosnisch-serbischen Exgeneral Ratko Mladic ausliefert. „Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Dragoljub Micunivic, Vorsitzender des politischen Rates von Tadics „Demokratischer Partei“ (DS) zum Standard. Dies sei ein Beweis, dass Serbien in der EU erwünscht sei und die EU greifbar nahe sei und kein Trugbild, wie es antieuropäische Kräfte behaupten. Auf der anderen Seite wetterte die „Demokratische Partei Serbiens“ (DSS), das Abkommen sei ein „Judas-Siegel“ auf die Unabhängigkeit des Kosovo. Das Parlament werde das Dokument annullieren. (Andrej Ivanji aus Belgrad, DER STANDARD, Printausgabe, 30.4.2008)