Der finnisch-schwedische Lebensmittelhersteller HK Scan hat als unmittelbare Folge des Amstettener Inzest-Dramas einen Werbespot vom Netz nehmen müssen. In einem für ein Hühner-Fertiggericht produzierten Kurzvideo war bis gestern, Dienstag, im Internet eine fiktive amerikanische "Freak"-Familie zu sehen, die ihre Tochter im Keller eingesperrt hält.

Negative Reaktionen

Angesichts negativer Reaktionen vor allem aus Österreich und Finnland habe man sich entschieden, das Werbevideo vom Netz zu nehmen, so die Sprecherin von HK Scan in Stockholm, Margareta Thorgren, gegenüber der APA. Der Film, der unter anderem auf dem Videoportal YouTube eingesetzt wurde, könne angesichts der Ereignisse in Österreich als anstößig empfunden werden.

"Schreckliches Geheimnis"

Der fragwürdige Pointe in dem von der Firma Saatchi & Saatchi in Form einer Schein-Dokumentation über eine US-Familie mit einem "schrecklichen Geheimnis" produzierten Werbefilm war, dass die vor Hunger in ihrem Keller-Verlies schreiende Tochter erst damit aufhört, als der Bruder ihr ein bestimmtes Chicken-Wings-Gericht der Firma zum Essen gibt. So beschreibt zumindest das finnische Marketing-Onlineportal "Markinointi & Mainonta" den nicht mehr abrufbaren Spot.

Kampagne startete vor wenigen Wochen

Laut Thorgren sind die anderen drei für die Kampagne erstellten Kurzvideos für die betroffenen Chicken Wings weiter im Einsatz. Das in Schweden produzierte Produkt sei an eine "moderne, junge Zielgruppe" gerichtet. Es handle sich um eine im Mikrowellenherd erwärmbare oder auch kalt zu verzehrende Zwischenmahlzeit, die man auch unterwegs oder vor dem Computer leicht zu sich nehmen könne. Die internationale Werbekampagne für das ursprünglich in Finnland ersonnene Produkt wurde erst vor einigen Wochen gestartet.(APA)