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APA/DPA/Ronald Wittek
Der deutsche Software-Hersteller SAP kann bei mittelständischen Kunden mit seiner neuen Software "BusinessByDesign" nicht so gut landen wie erwartet. Die für dieses Jahr geplanten Investitionen in Vermarktung und Vertrieb der Software würden deshalb um etwa 100 Mio. Euro gekürzt, wie das Unternehmen aus Walldorf bei Heidelberg am Mittwoch mitteilte. Dadurch wird die von den Investoren seit längerem kritisch beäugte Rendite in diesem Jahr höher ausfallen als bisher geplant.

Rendite

SAP geht nun davon aus, dass die operative Rendite 2008 ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten und Abschreibungen auf die Wartungserlöse der zu Jahresbeginn erworbenen französisch-amerikanischen Softwarefirma Business Objects zwischen 28,5 und 29 Prozent liegen wird. Bisher war SAP von 27,5 bis 28 Prozent ausgegangen, 2007 lag die Renditekennziffer auf vergleichbarer Basis bei 27,3 Prozent. Im ersten Quartal verfehlte SAP mit der erstmals berücksichtigten Business Objects die Erwartungen des Finanzmarkts deutlich. Die Marge lag bei 20,2 Prozent.

SAP muss den 4,8 Mrd. Euro teuren Kauf von Business Objects in der Bilanz verdauen. Der Überschuss sank deshalb im ersten Quartal auf 242 Mio. Euro von 310 Mio. Euro vor einem Jahr. Analysten hatten 290 Mio. Euro erwartet. Auch die Erwartungen an die Softwarelizenz- und Wartungserlöse konnte SAP in den Monaten Jänner bis März nicht erfüllen. Sie kletterten um 15 Prozent auf 1,74 Mrd. Euro, Analysten hatten im Schnitt mit 1,83 Mrd. Euro gerechnet.

Dennoch positive Bilanz

Vorstandssprecher Henning Kagermann zog dennoch eine positive Bilanz. "Wir sind sehr zufrieden, das 17. Quartal in Folge zweistellige Wachstumsraten bei den Software- und softwarebezogenen Serviceerlösen erzielt zu haben", sagte der Manager, dessen Vertrag im kommenden Jahr endet. SAP habe das neunte Quartal in Folge seinen Marktanteil gesteigert und komme mittlerweile weltweit auf einen Anteil von 32,6 (Ende 2007: 31,9) Prozent.

Mit "BusinessbyDesign" muss SAP kleinere Brötchen backen. In diesem Jahr könnten voraussichtlich deutlich weniger als die geplanten 1000 Kunden für die Software begeistert werden, teilte der Konzern mit. Die Vermarktung werde zunächst auf sechs Länder begrenzt, weitere Länder folgten erst 2009. Auch die eigentlich für 2010 gesetzten Ziele für die auf den Mittelstand zugeschnittene Software hat SAP gekippt. Es werde 12 bis 18 Monate länger dauern, um 10.000 Kunden zu gewinnen und eine Milliarde Dollar (642 Mio. Euro) Umsatz damit zu erzielen, räumte der Konzern ein. (APA/Reuters)