Stockholm - Die Krise an den weltweiten Finanzmärkten hat der schwedischen Bank SEB zu Jahresbeginn das Ergebnis verhagelt. Konzernweit brach der Überschuss im ersten Quartal um 42 Prozent auf 258 Mio. Euro ein, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. In Deutschland, einem der Kernmärkte der Bank, ging der Gewinn sogar um knapp 70 Prozent auf elf Mio. Euro zurück. Dennoch fühlt sich das Institut fit genug für Akquisitionen.

"Die Geschäftsentwicklung der SEB in Deutschland war im ersten Quartal 2008 uneinheitlich", erklärte Deutschlandchef Peter Buschbeck. Hauptgrund für den Ergebniseinbruch waren eine schleppende Nachfrage von Kunden im Wertpapiergeschäft sowie Einbußen im Handelsergebnis wegen der anhaltenden Marktturbulenzen. Positiv entwickelt habe sich dagegen das gewerbliche Immobiliengeschäft und die Vermögensverwaltung. Detaillierte Zahlen zu den einzelnen Geschäftsfeldern der Landestöchter nennt die SEB traditionell nicht.

Die Geschäftsentwicklung der deutschen Tochter hinkt seit längerem der anderer Regionen hinterher. Das Institut hat mit einem harten Wettbewerb im Privatkundenmarkt zu kämpfen. Mit ihrer rund einer Million Kunden ist sie deutlich kleiner als die meisten ihrer Wettbewerber.

Trotz des starken Ergebnisrückgangs machte die schwedische Mutter deutlich, an ihrem Deutschlandgeschäft festhalten zu wollen. Deutschland gehöre zum "Kerngeschäft", sagte SEB-Chefin Annika Falkengren bei der Präsentation der Zahlen in Stockholm. Die Bank sei vielmehr daran interessiert, Institute hinzuzukaufen. "Wir werden uns passende Zukaufsmöglichkeiten anschauen, um die Löcher in unserem Geschäft zu stopfen und unsere Vertriebskraft zu erhöhen."

Umbau der Bankenlandschaft

In Deutschland steht ein tiefgreifender Umbau der Bankenlandschaft an. Unter anderem steht die Postbank sowie das Deutschlandgeschäft der amerikanischen Citigroup zur Disposition. Auch der Versicherungsriese Allianz sondiert derzeit die Zukunft seiner Tochter Dresdner Bank. Die Erträge des SEB-Konzerns gingen zum Jahresauftakt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf umgerechnet rund 940 Mio. Euro zurück. Zudem stiegen die Kosten für IT, Personal und Marketing um vier Prozent auf rund 644 Mio. Euro. "Es ist noch zu früh, zu sagen, dass die Gefahr vorbei ist", sagte Falkengren. Nach neun Monaten Verwerfungen an den Kapitalmärkten mehrten sich die Anzeichen, dass dies auch Folgen für das Wirtschaftswachstum haben werden.

Bei den SEB-Aktionären überwog die Enttäuschung: Der Kurs der SEB-Aktie ging an der Börse um über vier Prozent zurück. (APA/Reuters)