Washington - Infarktpatienten werden besser versorgt, wenn sie das Krankenhaus zu normalen Betriebszeiten erreichen. Wer dagegen nachts, in den Ferien oder am Wochenende in der Klinik ankommt, muss sich eher gedulden. Dieses Resultat einer amerikanischen Untersuchung ist umso wichtiger, als in der Studie mehr als die Hälfte der Infarktpatienten (nämlich 54,1 Prozent) in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen eingeliefert wurden.

In der Klinik sollte die sogenannte Perkutane Koronare Intervention (PCI), die das verstopfte Herzgefäß öffnen soll, möglichst innerhalb von 90 Minuten vorgenommen werden. Erreichten die Patienten die Notaufnahme tagsüber an Arbeitstagen, erfolgte der Eingriff durchschnittlich nach 85 Minuten. Zu anderen Zeiten brauchte das Personal dafür 110 Minuten, wie die Mediziner des Massachusetts General Hospital in Boston im Fachblatt "Circulation" berichten.

Trotz dieser Benachteiligung unterschied sich die Sterberate beider Gruppen kaum. Dennoch sollten Gesundheitsbehörden die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Versorgung von Patienten verbessert werde, fordern die Forscher. Die Studie beruht auf den Daten von knapp 63.000 Infarktpatienten. (APA/AP/red)