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Grafik: APA
Mitte März hat die Europäische Union mit DVB-H einen einheitlichen Standard für Handy-Fernsehen festgelegt. Die EU-Kommission hat beschlossen, DVB-H in die Liste der EU-Standards aufzunehmen, und alle Mitgliedsländer angewiesen, diese Technik anderen Technologien vorzuziehen. Bis 2011 könnte das Mobilfernsehen weltweit rund 500 Millionen Zuschauer und ein Marktvolumen von 20 Milliarden Euro erreichen.

Italien als Vorreiter

DVB-H ist derzeit die am weitesten verbreitete Mobilfernsehform in der EU. Derzeit befindet sich die Technologie in 16 Ländern zwischen Erprobung und Markteinführung. Italien ist bei den kommerziellen DVB-H-Diensten Vorreiter. Weitere Länder - neben Österreich auch Finnland, Frankreich, die Schweiz und Spanien - folgen dieses Jahr. In Deutschland wird das mobile Fernsehen von Sommer 2008 an kommerziell verfügbar sein. Für die Nutzer soll die Förderung eines einheitlichen Standards den Vorteil haben, dass sie mit dem Handy oder anderen mobilen Geräten jederzeit und überall in Europa fernsehen können.

Fernsehen am Handy: Wie DVB-H funktioniert

Möglich macht das der neue Übertragungsstandard DVB-H (Digital Video Broad-cast, Handhelds), mit dem Handy jetzt digitale Rundfunkprogramme empfangen können. In Österreich hat wie berichtet Media Broadcast gemeinsam mit den Mobilfunkern One und "3" den Zuschlag für die österreichische Handy-Fernseh-Frequenz DVB-H erhalten. Die Technologie des neuen Verbreitungswegs basiert auf dem Standard DVB-T, der es zwar möglich macht, Fernsehen und Radio über eine kleine Stabantenne mobil zu empfangen, DVB-T eignet sich aber nicht für den Empfang auf Handys oder PDAs. Die Decodierung der digitalen Signale ist hierfür zu rechenintensiv und überfordert die Energieversorgung der kleinen Endgeräte.

Keine permanente Verbindung zum Sender

DVB-H hingegen ist dafür ausgelegt, dass der Energieverbrauch bei den Endgeräten niedrig bleibt, denn das Empfangsgerät hat keine permanente Verbindung zum Sender, sondern empfängt die Daten portionsweise in so genannten Datenpaketen. Zwischen den regelmäßig eintreffenden Paketen schaltet das Gerät auf Leerlauf und verbraucht weniger Energie. Zusätzlich reduzieren neue Codierverfahren die Datenrate gegenüber anderen Übertragungswegen. Für die Wiedergabe der meisten Inhalte auf Bildschirmgrößen mit weniger als acht Zoll ist eine Datenrate mit 256 KBit/s für eine Auflösung von etwa 320 auf 240 Bildpunkten ausreichend. Bei einem aktuell angedachten Datenstrom von etwa fünf Megabit pro Sekunde kann ein DVB-H Kanal also bis zu sechzehn Programme transportieren. (DVB-T benötigt durchschnittlich etwa 3,5 Megabit pro Sekunde für ein Programm und transportiert vier Programme in einem Bouquet).

Im Gegensatz zum Mobilfunknetz sendet DVB-H nicht nur mit einer höheren Datenrate, sondern stellt die Programmsignale auch allen autorisierten Empfängern gleichzeitig zur Verfügung. Es macht also keinen Unterschied, ob ein oder hunderttausend Zuschauer eine Sendung per Handy verfolgen. (red)