Teheran - Wegen der Organisation einer verbotenen Demonstration ist die iranische Frauenrechtlerin und Olof-Palme-Preisträgerin Parvin Ardalan zu einer Haftstrafe zwischen zwei und drei Jahren mit Bewährung verurteilt worden. Das berichtete die iranische Zeitung "Etemad" am Samstag. Mit ihrer im Juni 2006 geplanten Aktion für die Gleichberechtigung der iranischen Frauen habe Ardalan die nationale Sicherheit gefährdet, zitierte das Blatt aus der Urteilsbegründung.

Ausreise untersagt

Im März hatte die iranische Regierung der Frauenrechtlerin bereits die Ausreise nach Stockholm untersagt. Dort wollte sie den Palme- Preis entgegennehmen, der ihr für ihren Kampf für die Rechte der Frauen zuerkannt worden war. Den mit 75.000 Dollar (51.500 Euro) dotierten Preis zum Gedenken an Schwedens 1986 ermordeten Ministerpräsidenten nahm dann Ardalans Schwester Shirin in Empfang.

Frauenkulturzentrum gegründet

Parvin Ardalan, die an der Nervenerkrankung Multiple Sklerose leidet, hat unter anderem ein Frauenkulturzentrum gegründet, betreibt die erste iranische Frauenzeitung im Internet und hat zuletzt an einer landesweiten Unterschriftensammlung mitgewirkt. Dabei sollten eine Million Unterschriften gegen die Benachteiligung von Frauen im Iran gesammelt werden.

Die iranische Führung ging in jüngster Zeit verstärkt gegen Frauenrechtlerinnen vor. Etwa 600 iranische Frauen- und Menschenrechtsaktivisten protestierten Mitte April gegen die Festnahme der Frauenrechtlerin und Umweltschützerin Kadidsheh Moghadam. In einem Offenen Brief forderten sie ihre umgehende Freilassung. Auch die 56-Jährige Moghadam war unter dem Vorwurf festgenommen worden, die "nationale Sicherheit" zu gefährden. (APA/dpa)