Brüssel - Der Verkauf der Versicherungs-Sparte der Erste Bank an die Vienna Insurance Group (Wiener Städtische) wird wohl von der EU-Kommission genauer unter die Lupe genommen. Die Ende März bekannt gegebene Vertriebsehe wurde nun in Brüssel angemeldet. Wie aus entsprechenden Informationen der Brüsseler Wettbewerbshüter hervor geht, ist der Deal kein Fall für ein vereinfachtes Verfahren. Bis 3. Juni muss entschieden sein, ob eine vertiefte Prüfung gestartet wird.

Wie am 26. März bekannt wurde, verkauft die Erste Bank die "s Versicherung" inklusive deren Osteuropa-Töchter sowie den Anteilen an den Versicherungstöchtern der rumänischen Tochterbank BCR an die Vienna Insurance Group (VIG). Die Erste Bank bzw. ihre Ost-Bankentöchter bleiben aber mit jeweils 5 Prozent an den lokalen Lebensversicherungen beteiligt.

Die Wiener Städtische hat bereits signalisiert, dass sie aus kartellrechtlichen Gründen ihre Anteile an der Bank Austria Creditanstalt Versicherung abgeben wird. Die Städtische hält derzeit 60,5 Prozent und will mit rund 10 Prozent beteiligt bleiben. Verkauft werden die mehr als 50 Prozent an die zum deutschen Münchener Rück-Konzern gehörende Ergo International, die bereits mit 20,5 Prozent an der auf Lebensversicherung spezialisierte Bank Austria Creditanstalt Versicherung beteiligt ist. Abgeben würde man laut früheren Informationen auch die rumänische Unita Versicherung. (APA)