Graz - Zufrieden war die Merkur Versicherung AG mit einem 2007 über dem Branchenschnitt gelegenen Prämienwachstum von 3,74 Prozent in der Kernsparte Krankenversicherung. Die "Schattenseite", so Generaldirektor Alois Sundl am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Graz: Ein Plus an Schadensleistungen von 4,61 Prozent. Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich zwar von 1,3 auf 1,4 Mrd. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) halbierte sich aber von 11,1 auf 6,0 Mio. Euro.

Die EGT-Entwicklung sei durch versicherungstechnische Rückstellungen in Auslandstöchtern und für Gewinnbeteiligungen sowie durch den Markteintritt in Serbien und verstärkt angefallene Provisionen im Wachstumsmarkt Bosnien-Herzegowina begründet, so der Vorstand. Nach Serbien 2007 stehe nun die Neugründung in Montenegro vor der Tür.

Im Konzern macht inzwischen das mit den nicht-österreichischen Töchtern in Slowenien, Kroatien Bosnien-Herzegowina und Serbien abgewickelte Geschäft 22,3 Prozent der Prämien und 37,8 Prozent der Risiken aus. Insgesamt konnte man im Vorjahr ein Prämienwachstum von 6,5 Prozent (auf 384,9 (nach 361,6) Mio. Euro verzeichnen.

In Österreich wurden im Geschäftsjahr 2007 Prämienerträge von insgesamt 302 (nach 286,3) Mio. Euro erzielt - ein Plus von 5,4 Prozent. Die Bilanzsumme in Österreich stieg von 1.005,7 auf 1,054,4 Mrd. Euro, das EGT blieb mit 4,3 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Die Versicherungsleistungen beliefen sich auf 241,6 (nach 193,9) Mio. Euro, was einer Steigerung von 24,6 Prozent entspricht.

Deutliches Plus bei Krankenversicherungen

Zum 31. Dezember 2007 hatte die Merkur Versicherung AG insgesamt 680.367 (664.762) versicherte Risiken (plus 2,3 Prozent) in ihrem Bestand. Nach Sparten war das Plus bei den Krankenversicherungen mit 3,6 Prozent (auf 361.319 Risiken) am deutlichsten, auch die "Schaden- und Unfallversicherung" konnte mit 3,4 Prozent (auf 245.000 Risken) zulegen. Hingegen gab es bei den Lebensversicherungen ein saftiges Minus von 6,2 Prozent (auf 74.075 Risiken). Der Personalstand ging mit 691 (697) Mitarbeitern geringfügig zurück.

Wenig Verständnis zeigte Merkur-Generaldirektor Sundl mit dem "Streik" steirischer Privatärzte, "den ohnedies keiner bemerkt hat". Man werde sich "von einer kleinen Gruppe an Honoraroptimierern nicht erpressen lassen". Entgegengewirkt müsse der verbreiteten Auffassung werden, die Privatversicherungen seien "die Melkkuh der Nation". So sei gerade im Bereich der internen Versorgung die Grauzone zwischen medizinisch begründetem stationären Aufenthalt und Pflegeleistung zu groß - am Beispiel des Routineeingriffs Kateraktoperation (Grauer Star) werde deutlich, dass man in Österreich im EU-Vergleich zu teuer - weil stationär und nicht ambulant - arbeite. An Forderungen deponierte der Merkur-General die Anerkennung der freien Arztwahl in öffentlichen Spitälern, die Vermeidung der Doppeldiagnostik sowie ein Mehr an "Zuneigung" der Ärzte zu den Patienten. (APA)