Hannover - Der Touristik- und Schifffahrtskonzern TUI hat seinen Verlust im traditionell schwachen ersten Quartal deutlich verringert. Das bereinigte Ergebnis (EBITA) aller Sparten habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent verbessert, so dass der Verlust von 248 auf 196 Mio. Euro geschrumpft sei, teilte der Konzern vor der Hauptversammlung am Mittwoch mit. Der Umsatz der Sparten stieg um 24 Prozent auf rund 5,1 Mrd. Euro.

Das erste Quartal ist bei TUI traditionell mit Verlusten belastet, weil der Konzern Vorleistungen für die Reisesaison im Sommer erbringen muss. Der Umsatz der Touristiksparte erhöhte sich um rund 38 Prozent auf rund 3,6 Mrd. Euro. Der Anstieg sei im Wesentlichen auf die Fusion mit dem britischen Reisekonzern First Choice zurückzuführen.

Das operative Ergebnis der Touristiksparte verbesserte sich leicht um 1,3 Prozent auf ein Minus von 227 Mio. Euro. Ohne die im ersten Quartal 2008 erstmalig einzubeziehenden Ergebnisbeiträge der First Choice ergab sich eine Verbesserung des operativen Ergebnisses von gut 37 Prozent auf minus 144 Mio. Euro.

In der Schifffahrtssparte stieg der Umsatz laut TUI im ersten Quartal 2008 um 2,4 Prozent auf rund 1,51 Mrd. Euro. Beim operativen Ergebnis erzielte die Sparte einen Anstieg von knapp 173 Prozent auf 24 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte sie einen Verlust von 33 Mio. Euro verzeichnet.

Hapag-Lloyd-Abspaltung

Im Hinblick auf die Abspaltung der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd betonte der Konzern, einen Verkauf zu favorisieren. "Wir schließen keine der möglichen Optionen aus, auch wenn wir eine deutliche Priorität für die Verkaufslösung sehen", heißt es in einem vor der Hauptversammlung veröffentlichten Rede-Manuskript von TUI-Chef Michael Frenzel. Ein Verkauf lasse sich zeitlich am schnellsten umsetzen. Unter anderem war auch eine Fusion von Hapag-Lloyd mit einem anderen Unternehmen im Gespräch.

Die Vorbereitung für die Trennung der Schifffahrtssparte laufe planmäßig, heißt es in der Rede. Die Trennung von Hapag-Lloyd solle zügig umgesetzt werden. Am Ende stehe eine gestärkte TUI AG und die Aktionäre würden angemessen am Erlös beteiligt.

Vor der Hauptversammlung war erneut eine Diskussion über den geplanten Verkauf von Hapag-Lloyd entbrannt. Der Aufsichtsrat stimmte erst Mitte März auf Drängen des Großaktionärs John Fredriksen einer Abspaltung zu. Fredriksen, der mit knapp zwölf Prozent der größte Anteilseigner ist, will die Verwendung des Verkaufserlöses überwachen. Zu diesem Zweck strebt er zwei Posten im Aufsichtsrat an und will auf der Hauptversammlung den amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow abwählen lassen. Der Ausgang der Abstimmung gilt als ungewiss. (APA/AP)