Die herrschenden Eliten in Russland haben nach Auffassung des ehemaligen Chefredakteurs der Zeitungen "Kommersant" und "Iswestija", Raf Schakirow, die "totale Kontrolle über die Medien". "Der Kreml kontrolliert die meinungsmachenden staatlichen Fernsehsender und der Kreml-kontrollierte Gazprom-Konzern den Fernsehsender NTW", sagte Schakirow der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch-Ausgabe). Andere Medien würden von Geschäftsleuten kontrolliert, "die mit dem Regime befreundet sind". Direkte Zensur sei daher nur selten nötig. Jeder Journalist in Russland sei sich im Klaren, dass ihm Repressalien drohten, wenn er brisante Themen wie die Finanzen des Kreml aufgreife, sagte Schakirow dem Blatt. Er wisse, "dass er die Finger davon lassen muss, wenn ihm sein Leben lieb ist". Zudem blieben Enthüllungen ohne gesellschaftliche Resonanz: "Russland ist heute ein großer Sumpf, in dem alles spurlos versickert und nicht einmal das Parlament etwas aufgreift oder kontrolliert." Dies werde sich auch unter dem neuen Präsidenten Dmitri Medwedew nicht ändern. (APA/dpa)