Die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft und die Dollarschwäche füllen die Kassen von Deutschlands größtem Fernsehhersteller Loewe. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal um knapp zwei Drittel auf 4,2 Mio. Euro, wie das fränkische Traditionsunternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sei um ein Zehntel auf 90,2 Mio. Euro gestiegen.

Loewe profitiert nach eigener Auskunft vom Trend zu hochwertigen Flachbildschirmfernsehern und insbesondere der Neuanschaffungswelle im Vorfeld der Fußball-EM im Juni. Das Unternehmen stemmt sich weiter gegen den Preisverfall am Markt. Der Durchschnittspreis pro Loewe-Gerät sei im vergangenen Vierteljahr sogar gestiegen. Zugleich habe Loewe auch durch den sinkenden Kurs des Dollar seine Einkaufskosten gedrückt. Die operative Umsatzrendite sei um einen Punkt auf sieben Prozent gewachsen. Vor Steuern und Zinsen verdiente das Unternehmen mit 6,3 Mio. Euro knapp ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Oberfranken kaufen die Displays ihrer LCD-Geräte, das sogenannte Panel, bei asiatischen Firmen wie LG, Samsung und Sharp.

Für das laufende Jahr zeigt sich Loewe weiterhin optimistisch. Erwartet wird ein Umsatzplus von rund sieben Prozent auf 400 Mio. Euro sowie ein Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebit) um 14 Prozent auf etwa 24 Mio. Euro.

Nach jahrelanger Sanierung wagt sich Loewe wieder auf Expansionskurs und will in Vertrieb und Produktion investieren. "Wir werden konsequent den qualitativen und quantitativen Ausbau der Distribution im In- und Ausland vorantreiben sowie mit Leuchtturm-Shops in internationalen Metropolen Schritt für Schritt die Präsenz im Fachhandel weiter erhöhen", erklärte der scheidende Vorstandschef Rainer Hecker. Zudem schaffe Loewe eine neue Fertigungslinie an.(APA/Reuters)