Wien - "Eine eigenständige österreichische Fluglinie ist für den Wirtschaftsstandort etwas ganz Wichtiges", betonte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" (Mittwochausgabe). Es müssten alle Maßnahmen gesetzt werden, damit der AUA nicht ein Schicksal wie der Swissair oder der Alitalia droht, "sondern dass wir diese Eigenständigkeit erhalten". Ob dies mit einem Partner wie Al Jaber geschehe oder nicht, überlasse er der ÖIAG als Eigentümervertreter, so Gusenbauer.

Angesichts einer Situation, die in der Öffentlichkeit den Eindruck einer Krise erweckt, erwarte er sich sich bei der heutigen AUA-Hauptversammlung vom AUA-Management klare Ansagen darüber, was jetzt geschehen soll, so Gusenbauer weiter.

"Analyse der Situation"

Er würde sich als Hauptaktionär der AUA vom Vorstand eine Analyse der Situation, eine Ansage, welche Maßnahmen gesetzt werden, damit die nächsten Quartale positiv ausfallen, sowie eine mittelfristige Perspektive - mit oder ohne Scheich - erwarten. "Wenn es einen Investor gibt, der 150 Mio. einbringen will, werden wir uns schon genau überlegen müssen, wie man mit so einem Investor umgeht und ob man ihn an Bord haben will oder nicht", so der Bundeskanzler.

Verkehrs-Staatssekretärin Christa Kranzl (SPÖ) sieht bei der AUA nun "den zuständigen Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) gefordert. Ziel müsse es weiterhin sein, die größtmögliche Selbstständigkeit der börsenotierten österreichischen Airline zu erhalten. Das Management habe jedenfalls bisher "nicht unbedingt ein optimales Bild abgeliefert", sagte Kranzl am Mittwoch. Wenn ein Investor gefunden sei, dann müssten beide Seiten "vollkommen ehrlich miteinander umgehen", meinte sie in Anspielung auf die Aussagen des potenziellen Großinvestors Mohamed Al Jaber, wonach ihm die jüngsten Quartalsverluste zuvor anders kommuniziert worden seien. (APA)