Alfred Klinkans "Gekühlter Wein, Geflügel und Klaviertransport" von 1992/93 soll 9500 Euro bringen.

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Wien – Was er künstlerisch hinterlassen hat, so Otto Breicha über Alfred Klinkan (1950–1994), sei "phantastisch in seiner Überfülle, reich durch Intensität und reizvoll durch Eigentümlichkeit". Die musealen Präsentationen sind – obwohl Klinkan in den 70er- und 80er-Jahren zu den Hauptvertretern der Neuen Malerei Österreichs zählte – gering geblieben, konzentrierten sich etwa auf Graz oder Klagenfurt.

In Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Mikl und Wolfgang Hollegha studierte, widmete ihm bislang kein einziges Museum eine Einzelausstellung. Zu einem Teil mag es daran liegen, dass Selbstvermarktung nicht zu Klinkans Stärken zählte. Auch bei Auktionen werden Arbeiten Klinkans nur sporadisch angeboten, seit 1989 gelangten nur 38 Gemälde unter den Hammer. Lücken, die der Kunsthandel zu füllen verstand und hier allen voran die Galerie bei der Albertina, in der die nunmehr dritte größere Retrospektive zu sehen ist (bis 31. Mai).

Stilistisch rücken seine expressiven, von Figuren bevölkerten Bildschöpfungen in die Nähe eines Georg Baselitz oder Markus Lüpertz, damals, Anfang der 70er-Jahre galten sie fast als anachronistisch.

In der Familie Zetter grassiert das Klinkan-Virus generationenübergreifend. Den Anfang machte Mutter Christa Zetter 1996, als die mystisch-kolorierten Fabelwelten erstmals Einzug in die Räumlichkeiten der Galerie bei der Albertina hielten. Dann verfasste Tochter Sophie Zetter-Schwaiger ihre Diplomarbeit zum Werk Klinkans, der Gedanke, daraus ein Werkverzeichnis entstehen zu lassen, wird immer aktueller.

Anlässlich der Ausstellung, bei der man im Jahr 2000 Alfred Klinkans 50. Geburtstags gedachte, arbeitete die jetzige Juniorchefin bereits intensiv mit. Auf Klinkans Œuvre, weiß auch Katharina Zetter-Karner, "muss man sich einlassen, die Zeit zum Einschauen nehmen". Die fabelhafte Welt des Alfred Klinkan, wirkt wie eine wundersame Reise über Kinderzimmertapeten. Zeitlich dominiert die malerische Schaffensperiode von 1981 bis in die frühen 90er-Jahre.

Darunter finden sich bislang der Öffentlichkeit verborgene Schätze wie eine Serie von 20 kleinformatigen, vom Künstler als Geldscheine konzipierten Bildern, bei denen pointierte Wortspiele (Bu$geld) und surreal anmutende, autobiografisch gefärbte Inhalte dominieren. Sie sollen, wenn möglich, als Block erhalten bleiben und sind mit 55.000 Euro veranschlagt.

Die von einem auch textlich mehr als gelungenen Katalog begleitete Reise findet mit den sogenannten Bildern aller Art ihren Abschluss. In diesen 1991 und 1992 entstandenen Arbeiten stößt man auf Narratives ebenso wie auf Isoliertes und Entrücktes. (kron, DER STANDARD/Printausgabe, 08.05.2008)