Graz - "Es ist uns wieder ein Gipfelsieg gelungen, trotz wechselhafter Bedingungen", resümierte Generaldirektor Markus Mair am Donnerstag die Bilanz der Raiffeisenlandesbank (RLB) Steiermark sowie der steirischen Raiffeisen Gruppe und des Konzerns für 2007. Das EGT der RLB verringerte sich um 2,7 Prozent auf 55,8 Mio. Euro, während das Betriebsergebnis um 5,5 Prozent auf 68,8 Mio. Euro wuchs. Nach wie vor ist man im steirischen Raiffeisenkonzern "bewegt" von der Aufarbeitung der Verluste der Mehrheitstochter Hypo bzw. der Enkeltochter Hypo Leasing Kroatien.

In den Vordergrund gestellt wurde die weiter gestiegenen Bilanzsumme, die im Konzern 25,9 (23,2) Mrd. Euro erreichte. Wie Mair sagte, sei es gelungen die regionale Marktführerschaft auszubauen auszubauen. Ziel sei es, sich noch stärker als Kommerzkunden- und Industriebank zu positionieren. Man werde auch weiter in Beteiligungen im KMU-Bereich investieren.

Hohe Verluste in Kroatien wirken nach

Maier räumte ein, dass man mit den Verlustgeschäften der kroatische Hypo Leasing von 2006 und den damit verbundenen Imageschaden noch immer beschäftigt sei. Man stehe jedoch zu dieser Beteiligung und habe damit noch viel vor. Die Hypo sei in den vergangenen Jahren stärker in die RLB "hineingewachsen", beispielsweise beim Risikomanagement". In den nächsten Jahren werde es darum gehen, die Marke im Sinne einer Differenzierung und Zielgruppenorientierung neu aufzubauen. "Strafverfahren stehen noch an, das ist auch notwendig", sagte Mair, "da müssen wir aufrechten Ganges durch". Die Hypo hatte ihre Bilanz Ende April veröffentlicht - mittels Behebung stiller Reserven hat man einen positiven Jahresüberschuss ausgewiesen.

Die Bilanzsumme der RLB als Einzelinstitut hat sich von 6,75 auf 8,35 Mrd. Euro gesteigert, was einem Plus von 23,7 Prozent gleichkommt. Die Zahl der Banken und Bankstellen ist mit 90 (93) und 338 (339) leicht zurückgegangen, die Zahl der Mitarbeiter von 2.990 auf 3.058 gestiegen.

Die Ersteinlagen in der Raiffeisen-Gruppe (ohne Hypo) kletterten um 7,1 Prozent von 9,8 auf 10,5 Mrd. Euro. Auch der Wertpapierbereich konnte zulegen, und zwar um 10,8 Prozent auf 98.000 Depots. Im Kreditbereich wurde ein Plus von knapp zehn Prozent auf 10,1 Mrd. Euro erzielt.

Der Nettozinsertrag der RLB sank um 11,8 Mio. Euro auf 17,6 Mio. Euro. Die Betriebserträge nahmen gegenüber 2006 um 2,7 Prozent auf 178,5 Mio. Euro zu. Beim ROE (Return on Equity/Eigenkapitalrendite) liegt man bei 8,53 Prozent vor Steuer etwas unter dem Vorjahreswert, das Cost-Income-Ratio lag bei 61,5 Prozent, adjustiert (ohne bankfremde Geschäfte) bei 45,9 Prozent.

Hypo hat keine Auswirkung auf Bilanz

Seitens der RLB wird festgehalten, dass es aktuell wie auch in den vergangenen Jahren zu keinerlei Auswirkungen der Hypo-Thematik auf die Bilanz der RLB gekommen sei.

Zur Bilanz wird ergänzend bemerkt, dass die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark 2007 "das beste Ergebnis in ihrer Geschichte" erzielt habe. Das EGT der Gruppe habe sich auf 151 (126,7) Mio. erhöht. Das Betriebsergebnis habe 208,8 (nach 194,1) Mio betragen. In der RLB Steiermark sei das EGT zwar von 57,3 auf 55,8 Mio. Euro zurückgegangen, der leichte Rückgang ergebe sich aber aus "diversen bilanzielle Umgruppierungen", so Generaldirektor Mair. (APA)