Wien - Die neue Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins steht fest: Die niederösterreichische Grünen-Chefin Madeleine Petrovic setzte sich am Abend gegen ihre Konkurrentin, Josefstadt-Schauspielerin Gabriele Jacoby, bei der Wahl in der Generalversammlung durch. Petrovic erhielt bei der Abstimmung 86 von 150 abgebenen Stimmen. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war, Tierschutzverein-Doyenne Lucie Loube zur Ehrenpräsidentin wählen zu lassen.

Die dreistündige Sitzung sei durchaus "recht heftig und turbulent" gewesen, beschied Petrovic am Abend. Nun freue sie sich aber über das Ergebnis. Ihre Amtsauffassung sei dabei klar: "Das ist keine parteipolitische Funktion." Sie sei schon länger für die Tierrechte aktiv als für ihre Partei, betonte das Frauerl von fünf Hunden: "Ich bin den Grünen auch schon mit meinem Tierschutz auf die Nerven gegangen."

Konkurrentin im Team

Nun gelte es, den Wiener Tierschutzverein wieder auf gesunde Beine zu stellen und das Erscheinungsbild zu modernisieren, weshalb sie auch ihre bisherige Konkurrentin Jacoby ins Team holen möchte. Dieses sei breit aufgestellt und decke von der Papageienexpertin bis hin zum Werbefachmann viele Professionen ab.

Gegenkandidatin Jacoby hatte sich im Vorfeld der Wahl entspannt gezeigt: "Die, die am besten prädestiniert ist, die wird es." Diese Frage sollten andere entscheiden, so die Tochter von Tanz-Ikone Marika Rökk damals.

Ehrenpräsidentin Loube

Nicht im regulären Führungsteam findet sich die hochbetagte Alt-Präsidentin Loube. "Ich war nicht dafür, dass sie in den normalen Vorstand kommt", betonte Petrovic. Als Ehrenpräsidentin werde sie aber über alle wichtigen Entscheidungen informiert. Aus ihrer Sicht sei Loube für den Tierschutz, was Freda Meissner-Blau für die Grünen sei.

Petrovic, die, wie am Freitag bekanntwurde, nicht mehr für den stellvertretenden Vorsitz der Bundespartei kandidieren wird, übernimmt im Tierschutzverein das Amt von Promi-Veterinär Michael Antolini. Dieser hatte vor einem Jahr nach finanziellen Schwierigkeiten der Vereinigung die Dauerregentschaft von Loube beendet. Die heftige Kollision mit einem Pferdehuf samt gesundheitlicher Folgen trug nun jedoch zu seinem Amtsverzicht bei. (APA)