Belgrad - Die Parlamentswahlen in Serbien seien professionell durchgeführt worden und ermöglichten den Wählern eine freie Wahl unter einem breiten Spektrum politischer Optionen. Dies stellte heute, Montag, die internationale Wahlbeobachtermission in Belgrad fest. Der Wahlverlauf wurde von Beobachterdelegationen der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und ihres Büros für Demokratie und Menschenrechte (ODIHR) verfolgt.

Die aktive Wahlteilnahme der Stimmberechtigten würde von einem hohen Vertrauen in den demokratischen Prozess zeugen, teilte die Mission in einer Aussendung mit. Die Stimmabgabe verlief effizient und in überwiegend ruhiger Stimmung. Das Wahlkampfmilieu war pluralistisch und offen und von ausführlicher Berichterstattung der Medien, allerdings auch von Todesdrohungen an führende Politiker begleitet.

"Willen frei geäußert"

"Die Bürger Serbiens haben ihren Willen frei geäußert. Es liegt nun an dem neu gewählten Parlament, die Erwartungen der serbischen Wähler umzusetzen", stellte Jean-Charles Gardetto, Delegationschef der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, fest. Der Leiter der ODIHR-Beobachterdelegation, Nikolai Vulchanov, verwies darauf, dass Morddrohungen gegen Spitzenpolitiker keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft haben.

Morddrohungen gab es gegen Staatschef Boris Tadic und Vizepremier Bozidar Djelic nach der Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der EU.

Die 90-köpfige internationale Beobachtermission empfahl ferner dem neuen Parlament, die Verfügungen abzuschaffen, welche den Parteien ermöglichen, die Abgeordnetensitze ungeachtet der Reihenfolge auf den Kandidatenlisten zu verteilen. (APA)