New York/Wien – Vor der Hauptversammlung (HV) der OMV am Mittwoch wächst der internationale Druck auf den österreichischen Energiekonzern, das geplante Gasgeschäft mit dem Iran fallen zu lassen. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses und ehemalige US-Botschafter in Österreich, Ronald Lauder, hat die Aktionäre aufgefordert, vom OMV-Management die Aussetzung der auf mehr als 20 Mrd. Euro geschätzten Investition in iranische Gasfelder und eine Verflüssigungsanlage zu fordern, solange sich Iran der UN-Forderung nach einem Ende der Urananreicherung widersetzt und Israels Existenz bedroht.

"Wegen seiner jüngsten Geschichte hat Österreich eine besondere Verantwortung, gegen die iranische Bedrohung zu kämpfen", schreibt Lauder. Auch das österreichische Bündnis "Stop the Bomb" will während der HV gegen die Iran-Pläne protestieren.

Während OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer behauptet, dass die Verhandlungen mit Teheran weitergehen, gibt es Anzeichen, dass der Konzern das Projekt ausgesetzt hat und eine Beilegung des Atomstreits mit dem Westen abwartet. (ef, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.5.2008)